Reisethema: Oman

Oman und seine arabische Halbinsel gelten als die Perle Arabiens. Umgeben von der zerklüfteten Hajar Bergkette, Geröll- und Sandwüsten und dem Golf von Oman bietet das Land zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten.

Landstrasse im Al Jabal Akhdar Gebirge

Landstrasse im Al Jabal Akhdar Gebirge

Praktische Reisetipps für den Oman

Hier ein paar Tipps, damit die Reiseplanung etwas einfacher wird:

Das wichtigste zuerst: Essen im Oman

Das omanische Essen schmeckt sehr gut und enthält viele Anleihen bei der marokkanischen Küche. Aber auch die Küche anderer afrikanischer sowie asiatischer Länder ist vertreten.

Hummus und Granatapfel gibt es praktisch zu jedem Gang, ob zum Frühstück, mittags oder am Abend.

Daneben werden Gemüse, Fisch und Fleisch in vielen Variationen angerichtet. Ähnlich wie in Indien kommen Vegetarier problemlos über die Runden.

Der Speck kommt allerdings nicht wie bei uns vom Schwein, sondern vom Rind. Optisch zwar sehr ähnlich, ist diese Variation doch etwas zäher. Der Koran verbietet aber nun mal den Verzehr von Schweinefleisch. Und von Alkohol. In den Hotels bekommt man aber problemlos edle Tropfen aus aller Herren Länder.

Zur Not hält man auf einem Roadtrip für einen Snack auch mal in einer grossen Tankstelle. Die haben gut ausgebaute Shops ähnlich wie bei uns.

In Restaurants sollte man sich nicht wundern, wenn einzelne Gäste mit der (rechten) Hand essen.

Andere Länder, andere Sitten.

Der typische Omani Kaffee wird in riesigen Kaffeekannen serviert. Die enthalten aber meist nur die Menge für eine strenge Espressotasse. Wir sind später auf Tee umgestiegen.

Kaffeekannen

Omani Kaffeekannen

Klima und beste Reisezeit für den Oman

Der Sommer in Oman ist für uns Europäer nicht sehr angenehm, da es dann mit über 35 °C sehr heiss, schwül und dunstig werden kann.

Die beste Saison, um in den Oman zu reisen, ist im Winter von November bis April. Die Tagestemperaturen liegen dann bei angenehmen 25-30 °C.

Während diesen Monaten ist jedoch auch die touristische Hauptsaison im Oman und deshalb mit mehr Touristen zu rechnen. Im November empfanden wir es aber nirgends als überfüllt. Besonders auch die Souks waren sehr angenehm zu besuchen.

Gasse im Mutrah Souk in Muscat

Ruhige Gasse im Mutrah Souk von Muscat

Zu beachten gilt, dass es im Akhdar-Gebirge ca. 20 °C kühler ist als auf Meereshöhe bei Muscat!

Aber auch in klimatisierten Räumen kann es sehr frisch sein. Wir hatten immer einen Wollpullover im Rucksack dabei, in den Bergen auch eine Daunenjacke. Die hat sich einmal mehr sehr bewährt.

Flug nach Muscat mit Oman Air

Oman Air ist aktuell die einzige Airline, die ab Zürich direkt nach Oman fliegt. Und zwar jeweils abends um 21:35 Uhr.

Dreamliner 777 in Flughafen Muscat

Tower des Flughafens Muscat und unser Dreamliner

Oman Air fliegt die Strecke mit einem Dreamliner 777. Die Sitze in der Economy sind allerdings eng und dicht hintereinander. Es lohnt sich allenfalls, das Web Check-In frühzeitig zu machen (48 Stunden vor Abflug möglich), um sich gegen einen Aufpreis Plätze mit mehr Beinfreiheit zu sichern.

Bestuhlung des Oman Air Dreamliners nachts

Enge Bestuhlung von Oman Air in der Eco-Klasse

Die Flugzeit dauert etwas mehr als 6 Stunden, sodass man am nächsten Tag kurz vor 7:00 Uhr Ortszeit in Muscat landet. Das entspricht dann allerdings 4 Uhr morgens MEZ.

Wir überlegen uns, den nächsten Langstreckenflug in der Business Class zu buchen. Wir werden zu alt für solche Stunts!

Wer einen Roadtrip durch Oman plant, dem empfehlen wir, den ersten Tag bzw. eine Erholungsnacht in Muskat zu verbringen und erst am Folgetag die Reise zu starten. Denn die Distanzen in Oman sind gross und die Autobahnen zeitweise etwas monoton. Da macht ausgeruhtes Fahren mehr Spass!

Landstrasse mit Baum im Oman

Seltener Baum an der Strasse

Wer am Donnerstagabend in Zürich oder Europa abreist und entsprechend am Freitagmorgen ankommt, muss wissen, dass das im Oman dem Sonntag entspricht. Viele Läden sind dann geschlossen, rings um Moscheen herrscht grosses Verkehrsaufkommen.

Wer bei der Rückreise nach Zürich auch wieder am Freitag abfliegt, reist zwar erst am Nachmittag um 15 Uhr ab, wird aber trotzdem schon um 5 Uhr morgens geweckt: Dann rufen die Muezzin über ihre Lautsprecher nämlich lauthals zum sonntäglichen Gebet…

Visum für die Einreise

Für die Einreise nach Oman ist ein Visum erforderlich. Seit März 2018 muss vor der Einreise ein E-Visum über https://evisa.rop.gov.om/ beantragt werden. Das Touristenvisum für 10 Tage kostet OMR 5 (ca. 13 CHF) pro Person.

Das Visum wird nach dem Antrag normalerweise innert 24 bis 48 Stunden erteilt. Wir haben es innerhalb weniger als 24 Stunden erhalten.

Wichtige Hinweise: Ab Erteilung des Visums ist dieses für die Einreise innert der nächsten 30 Tage gültig. Daher darf man das Visum nicht zu früh beantragen.

Auch muss man unbedingt einen Papierausdruck davon mitnehmen, sonst musst Du es umständlich vor Ort ausdrucken (lassen). Ohne den Papierausdruck wird man nicht zur Immigration vorgelassen!

Mietwagen – 4×4 SUV empfohlen

Selber mit einem Mietwagen den Oman zu befahren, gestaltet sich problemlos. Die relevanten Strassenschilder sind auf Arabisch und Englisch angeschrieben.

Das Verkehrsverhalten ist recht diszipliniert, unter anderem weil die Verkehrsstrafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen signifikant hoch sein sollen. Wir erspähen jedenfalls eine Unmenge an Geschwindigkeitsradars!

Auf dem Land fahren auf den breiten Strassen mehrheitlich riesige SUVs gemütlich herum, in Muscat muss man die Ellbogen etwas stärker ausfahren, denn das Reissverschlussprinzip ist hier keine gängige Praxis.

Verkehrsverhältnisse in Muscat

Meist ruhiger Verkehr in Muscat

Einigermassen dicht ist der Verkehr allerdings nur im Zentrum von Muscat. Ansonsten hat man Platz ohne Ende.

Die grösste Herausforderung ist die Mietauto-Rückgabe am Flughafen Muscat, denn die Rückgabestation für Mietwagen ist kaum angeschrieben.

Man halte sich an die Wegweiser «Departure» und dort an das Parkhaus P2. Sobald man von der Rampe auf das Parkdeck eingebogen ist, fährt man einmal um die parkierten Fahrzeuge herum und erkennt dann die Stationen der Vermietungen wieder.

Zur Abflughalle ist es nicht weit zu Fuss.

An- und Abflugzone des Flughafens Muscat

Fussweg zur An- und Abflughalle

Wer für einen Abstecher in die Wüste will oder ins Gebirge – beides empfehlen wir sehr – braucht einen 4×4 Geländewagen. Nicht weil das Gelände es erfordert, sondern weil die Polizei es so will: Die Zufahrt ins Gebirge wird von einem Polizeiposten bewacht, der nur 4×4 SUVs durchlässt.

Die Strasse ist zwar tatsächlich sehr steil, aber durchgängig 1- bis 2-spurig asphaltiert.

Sogar in der Wüste ist die Sandpiste so stabil, dass wir – zumindest für die Fahrt zum Desert Nights Camp – nicht mal Luft aus den Pneus ablassen, wie eigentlich überall angegeben.

Für die Fahrt zu anderen Wüstencamps mag das allerdings anders sein. Wir brauchten jedenfalls den 4×4 Allradantrieb nicht. Aber es beruhigt natürlich, im Extremfall noch technische Unterstützung wie Vierradantrieb oder Sperrdifferential abrufen zu können.

Als wir auf der Sandpiste einmal probehalber beides einschalten, können wir kein verändertes Fahrverhalten feststellen.

SUV auf der Sandpiste zum Desert Nights Camp

Einfach befahrbare Sandpiste zum Desert Nights Camp

Das beste Preis-/Leistungsverhältnis für Mietwagen haben wir bei unserer Recherche auf der Webseite von SunnyCars.com gefunden. Der gewählte Mietwagen stammte dann von Thrifty.com.

Für eine Woche Anfang November in einem Toyota LandCruiser SUV Prado (eines der beliebtesten und grössten Schiffe dort) bezahlten wir CHF 965.-

Toyota Prado SUV beim Al Bustan Palace in Muscat

Unser Toyota Prado auf Erkundungstour beim Al Bustan Palace

Den internationalen Führerschein mussten wir nicht zeigen, das Schweizer Permit im Kreditkartenformat tat es auch.

Benzinpreis und Tankstellen

An grösseren Tankstellen kann man inzwischen vielerorts mit Kreditkarten von Visa oder Mastercard bezahlen. Allerdings nicht überall. Cash ist also weiterhin zu empfehlen.

Shell Tankstelle an der Landstrasse im Oman

Shell Tankstelle an der Landstrasse

Der Liter Benzin kostet ca. 65 Rappen (Stand November 2018). Da sind offenbar weniger Steuern drauf als bei uns. Unser Toyota Prado verbrauchte 8 Liter auf 100 km. Total haben wir in einer Woche 1’365 km zurückgelegt.

Meist hatte Walter das Gaspedal auf Eco-Modus eingestellt. Einzig bei der steilen und kurvigen Anfahrt ins Alila Jabal Akhdar Hotel drückte er derart auf die Tube, dass der V6-Motor in den Sport-Modus sprang.

Kurvige Landstrasse zum Alila Jabal Akhdar

Kurvige, aber gut ausgebaute Landstrasse im Oman

Das hat Walter bei der späteren Talfahrt dank herausragender Schweizer Kurventechnik und Motorbremse selbstverständlich sauber kompensiert. Da rollten wir meist mit Standgas die steilen Hänge hinunter.

Mobil online-surfen in Oman

Um in Oman jederzeit im Internet surfen bzw. Informationen abrufen zu können, empfehlen wir, vor Ort eine prepaid SIM Karte zu kaufen.

Wir haben bei Renna Mobile in der Ankunftshalle des Flughafens Muscat für 8 Rial (ca. 20 CHF) eine SIM Karte gekauft, womit wir 4 GB Daten zur Verfügung hatten (ohne Anruf-Kontingent). Verbraucht haben wir zu zweit via Hotspot unseres Smartphones dann effektiv nur ca. 1.7 GB.

Renna-Mobile Datenverbrauch im Oman

Unser Daten-Verbrauch unterwegs zu zweit

Wer ein Handy mit Dual-SIM hat, kann für das online Surfen und als Hotspot die Renna Mobile Karte voreinstellen, für Anrufe die normale Swisscom-SIM.

In den Hotels und Restaurants wird fast überall WiFi geboten. Und da man für die Routen-Navigation kaum Daten verbraucht, hätte die kleinere SIM-Karte mit 2 GB wohl auch gereicht.

Navigation mit heruntergeladener Google Maps Karte

In Google Maps lassen sich regionale Karten auf das Smartphone herunterladen, damit man vor Ort weniger Daten herunterlädt.

Das ist zwar praktisch, im Oman ist aber per 2018 Googles Turn-by-Turn Navigation leider nicht verfügbar. Es gibt nur eine statische Routenvorschau und man muss dann manuell nachschauen, ob man am richtigen Ort abgebogen ist.

Das Navigationssystem unseres Toyotas war leider überraschend unzuverlässig. Darauf konnten wir uns überhaupt nicht verlassen. Aber in Kombination mit Google Maps kamen wir überall an, wenn auch manchmal mit ein paar «Bitte wenden Anweisungen» …

Cash vs. Kreditkarte

Die Landeswährung ist der Rial Omani (RO), der in 1000 Baiza unterteilt ist. 1 Rial entspricht etwa 2.60 CHF (Stand November 2018).

An grossen Tankstellen werden inzwischen Visa und Mastercard akzeptiert. Jedenfalls für das Benzin an der Zapfsäule. Für Waren aus dem Tankstellenshop muss man teilweise in Cash bezahlen.

Für einen einwöchigen Roadtrip haben wir CHF 300.- in Cash aus der Schweiz mitgenommen. Am SBB Schalter im Zürcher HB zucken sie nicht mit der Wimper, wenn man so eine leicht exotische Währung wünscht. «Selbstverständlich» hätten sie die, meinte die Schaltermitarbeiterin ;-)

CHF 300.- haben für eine Woche bei weitem gereicht, mit CHF 200.- wären wir auch gut durchgekommen für Benzin an kleineren Tankstellen, Snacks oder Trinkgelder. Den Rest haben wir mit der Kreditkarte beglichen, sofern nicht schon im Voraus bezahlt (z.B. Hotelübernachtungen und Mietwagen).

Empfohlene Trinkgelder

In den Restaurant- und Hotelrechnungen sind in der Regel 15% Service und Steuer inbegriffen. Wenn man mit dem Service sehr zufrieden ist, gibt man ein zusätzliches Trinkgeld in der Höhe von ein paar Hundert Baizas.

Rechnung für ein Tuna-Sandwich, Dattelsaft und Omani Kaffee

Günstige Rechnung für ein Tuna-Sandwich, Dattelsaft und Omani Kaffee

Tankwarte, Kofferträger und Valet-Parking Angestellte in Hotels waren unsere grössten Abnehmer von Trinkgeldern.

Stecker und Steckdosen

In Oman werden Steckdosen vom Typ G verwendet, also wie in England.

Steckdose vom Typ G

Steckdose vom Typ G

Am Flughafen gibt es zahlreiche Steckdosen, so dass man seine verschiedenen Gerätschaften während der Wartezeit auf den Flug aufladen kann. Deshalb macht es Sinn, den Adapter im Handgepäck mitzuführen. Teilweise stehen auch USB-Ladestationen zur Verfügung.

Und last but not least:

Der Sultan von Oman

Sultan Qaboos von Oman regiert das Land seit fast einem halben Jahrhundert. Der damals erst 29-Jährige(!) stürzte im Jahr 1970 seinen eigenen Vater in einer Palastrevolte, weil die Entwicklung des Landes zu langsam vor sich ging.

Seit der Regierungsübernahme ist Qaboos um eine Öffnung und Modernisierung aller möglichen Aspekte bemüht. Dem heute 78-Jährigen und seinem diplomatischen Geschick sei zudem der Frieden und die bemerkenswerte Stabilität zu verdanken.

Er habe auch durchgesetzt, dass Frauen am modernen Leben teilhaben dürfen und sie beim Bildungsangebot und bei der Jobvergabe für Regierungsstellen möglichst nicht benachteiligt werden.

Der Sultan scheint auf jeden Fall ein sehr beliebter Mann zu sein. Er ist im ganzen Land omnipräsent, sind doch einige wichtige Gebäude wie die Grosse Mosche oder das Opernhaus in Muscat, aber auch Strassen oder Sportclubs nach dem Oberhaupt des Landes benannt. Auch in Hotelhallen oder in Restaurants erblickt man überall Bilder von ihm.

Vor zwei Jahren kursierte in den Medien die Information, dass der Sultan an einem Darmkrebs erkrankt sei. Hoffen wir, dass er das Land noch lange weiter vorantreiben kann, denn er scheint es gut zu machen!

Hier geht’s zu unseren Reiseberichten aus dem Oman

Oman Wadi Bani Khalid
Schwimmen in Omans Wadi Bani Khalid
Von Walter Schärer

Im Oman findet man viele Wadis. Als Wadi bezeichnet man die ausgetrockneten Flussläufe in Gebirgstälern. Eines der schönsten und grünsten Wadis des Sultanats ist das Wadi Bani Khalid.