Schweizer Reiseblog über einmalige Erlebnisreisen.

Philippinen-Rundreise auf 7000 Inseln – Teil 1: Manila – Negros

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Die Philippinen verteilen sich auf 7107 Inseln. Je nach Stand der Gezeiten… Auf Einladung des Asien-Veranstalters tourasia und Singapore Airlines haben wir uns aufgemacht, diesen südostasiatischen Archipel etwas näher kennenzulernen.

7000 Inseln haben wir nicht geschafft, aber doch die eine oder andere. Aber eins nach dem andern…

Von Zürich fliegt man am einfachsten via Singapur nach Manila. Viele Touristen reisen von hier gleich weiter, weil die 15 Millionen Mega-Metropole ihren Charme nicht gerade auf Anhieb versprüht. Aber wie fast immer lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen…

Wer auf klassische Eleganz und grosszügige Infrastruktur steht, quartiert sich mit Vorteil im Fairmont Makati ein. Die Zimmer sind riesig und es mangelt einem an wirklich nichts!

Wer ein kleineres Boutique-Hotel bevorzugt, sollte sich das Bayleaf Intramuros genauer ansehen. Dessen Design und die einzige Dachterrasse Manilas sind starke Argumente…

Sicht auf den Fort-Golfplatz und Manilas Skyline

Sicht auf den Fort-Golfplatz und Manilas Skyline

Aber ja, es stimmt, Manila hat auch den grössten Slum Südostasiens. Die Reichen leben ebenso abgeschottet in den „Goldenen Ghettos„, mit hohen Mauern umgebene Villenviertel.

Abends ist überall ziemlich viel los: allenfalls bedingt durch die spanische Kolonialzeit schlagen sich die Bewohner von Manila (Manilenser?) lautstark die Nächte um die Ohren. Ihre sprichwörtliche Freundlichkeit bekommt man sehr schnell zu spüren. Man fühlt sich überall sehr HERZLICH willkommen, ihr breites Lächeln kommt tatsächlich sehr natürlich rüber. Da kann sich noch manche Tourismusregion ein Beispiel nehmen…

Kellnerinnen im Fairmont Makati

Freundliche Kellnerinnen im Fairmont Hotel Makati

Verkehrsmässig empfand ich Manila nicht mal so schlimm. Allerdings waren wir meist zu Randzeiten unterwegs. Zu den Stosszeiten gehen schnell mal mehrere Stunden drauf, wenn man eine grössere Strecke zurücklegen will. Da es keine U-Bahn gibt, schultern die legendären Jeepneys die Hauptverkehrslast.

Jeepneys in Manila

Jeepneys in Manila

Diese umgebauten US-Army Jeeps sind ein Erbe des amerikanischen Protektorates: Landes- und inselweit fährt man diese Dinger in Stretch-, Halb-Stretch und sonstigen Varianten: Vorne Jeep, hinten Bus ist die Devise. Hier habe ich einen Jeepney-Fahrbericht publiziert.

Altstadt von Manila

Gegeben durch die spanische Kolonialzeit verfügt Manila über für Asien untypische Bauten wie Forts und Kirchen und benennt diese dafür oft auch gleich auf spanisch. Überhaupt sprechen sie hier ein interessantes Gemisch aus Philippino, Englisch und ein paar Fetzen Spanisch. Die Jeepney-Fahrer jedenfalls werden mit einem einfachen „derecho“ angehalten, geradeaus weiterzufahren.

Weisse Pferdekutsche im Fort Santiago

Elegante Pferdekutsche beim Fort Santiago

Bezeichnenderweise heisst die hinter alten Befestigungsmauern liegende Altstadt „Intramuros„. Die massiven Steinmauern waren früher die Hauptverteidigungslinie gegen Eindringlinge von der Meeresseite her.

Wächter im Fort Santiago

„Schwer bewachtes“ Fort Santiago

Flug Manila – Bacolod auf der Insel Negros

Angekommen waren wir auf dem Manila Ninoy Aquino International Airport. Für die Weiterreise ging der Flug aber ab Manila’s Centennial Airport. Und einen dritten Airport gibt es glaub’s auch noch. Mann ist also gut beraten, vorgängig nicht nur das gewünschte Terminal, sondern auch überhaupt den richtigen Flughafen zu prüfen. Und genügend Zeitreserve einzuplanen, der Verkehr kann dann also doch noch recht zäh werden…

Geschäftiges Flugfeld in Manila

Geschäftiges Flugfeld in Manila

Von Manila aus führte uns die tourasia-Rundreise zur mittleren Inselgruppe der Visayas, wo wir die Inseln Negros, Bohol und Cebu mit ihren Nebeninseln erkundeten. Nach einer Flugzeit von 1:15 Stunden erreicht man erstmal Bacolod auf der Insel Negros.

Diese an Zuckerrohr reiche Gegend ist berühmt wegen ihres braunen Muscovado-Zuckers und der Hawaiian-Philippine-Company, die ihn herstellt. Hawaiian deshalb, weil man irgendeinmal herausfand, dass man den Zuckerrohr nicht nach Hawaii zur Verarbeitung zu senden brauchte, sondern auch hawaiianische Arbeiter importieren konnte… Old-style Globalisierung sozusagen.

Dampflok für den Transport des Zuckerrohrs

Dampflok der Hawaiian-Philippine-Company für den Transport des Zuckerrohrs

Heute ist die Zuckerrohr-Produktion hinter Produzenten aus andern Weltregionen zurückgefallen, da man in Negros nie effizient industrialisiert hat. Lieber bietet man allen involvierten Familien „genügend Handarbeit“.

Wie gut es den Zuckerbaronen allerdings gegangen sein muss, sieht man beispielsweise an einem typischen Herrenhaus in Talisay. Das elegante Holzhaus ist mit aller erdenklichen Grosszügigkeit ausgestattet und die Wände zeigen Bilder der umsichtigen Witwe des Hausherrn in Gesellschaft das damaligen Präsidenten der Philippinen…

Wer genügend wichtig war, wurde in diesen Teil der Gemächer vorgelassen.

Empfangssaal im Herrschaftshaus eines Zuckerbarons

Empfangssaal im Herrschaftshaus eines Zuckerbarons

Die Holzfassade bietet eine gute Durchlüftung gegen die drückende, feuchte Hitze. Die Wände sind aus lichtdurchlässigen Muscheln und tragen so tagsüber trotz geschlossener Sonnenschutzlamellen zu mehr Helligkeit in den Räumen bei.

Holzfassade bei Nacht

„Luftige“ Holzfassade bei Nacht

Im zweiten Teil dieser Artikelserie geht es dann weiter in Richtung Sipalay –>.

 

Herzlichen Dank an tourasia und Singapore Airlines!

Lieben Dank an Geschäftsführer Stephan Roemer vom Asienspezialisten tourasia für die Einladung zu dieser inspirierenden und vom Deutsch sprechenden, lokalen Reiseleiter Jerry perfekt organisierten Rundreise in die Philippinen!

Auch ein grosses Dankeschön gilt Nina Eberth von Singapore Airlines für die grosszügigen Flugleistungen!

Und last but not least danken wir Susanne Schmitt von der PR-Agentur Primus Communications. Sie brachte uns mit tourasia in Kontakt.

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Über unsere Reiseblogger

Walter Schärer ist leidenschaftlicher Vielreisender, Taucher, Golfer, Fotograf und Reiseblogger für reisememo.ch. Und Philosoph und Humorist und für Acryl auf Leinwand hat er auch eine Passion. Und über Gourmet-Restaurants schreibt er neuerdings auch noch... Walter ist Mitglied im Swiss Travelwriters Club.

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