Schweizer Reiseblogger-Treffen in Appenzell

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Schreiben und Videos produzieren, das können sie, die Blogger und Vlogger. Aber jodeln? Wir begeben uns mit einigen Schweizer Reisebloggern auf eine Zeitreise ins Appenzell.

Nachdem wir uns letztes Jahr mit einigen Bloggerkollegen in Baden getroffen haben, fahren wir dieses Jahr in die Ostschweiz, ins Appenzell, um einen gemütlichen Tag unter Schweizer Reisebloggern zu verbringen.

Bunte Häuser im autofreien Ortskern von Appenzell

Bunte Häuser im autofreien Ortskern von Appenzell

Dorfführung durch Appenzell

Zum Auftakt steht eine Führung durch Appenzell auf dem Programm. Helene Broger von Appenzell Tourismus nimmt uns mit auf einen gemütlichen Spaziergang und weiht uns in die Geschichte, Bräuche und Gewohnheiten der Appenzeller ein.

Als erstes flanieren wir an den zahlreichen kleinen Ladengeschäften in der schmucken Hauptgasse entlang. Helene Broger erzählt uns, wie es zu den bunten Häusern mit ihren charakteristischen Malereien kam, zeigt uns voller Stolz die stattliche Pfarrkirche St. Mauritius und erklärt uns, was am letzten Sonntag im April auf dem Landsgemeindeplatz abgeht.

Appenzeller Häuser mit Fassadenmalerei

Appenzeller Häuser

Mit Malereien reich verzierte Häuser

Pfarrkirche St. Mauritius Appenzell

Pfarrkirche St. Mauritius

Pfarrkirche St. Mauritius Appenzell

Pfarrkirche St. Mauritius

Landsgemeindeplatz Appenzell Innerrhoden

Landsgemeindeplatz von Appenzell Innerrhoden

Bis dahin dachte ich immer, dass der Walliser Dialekt für uns Mittelländer am schwierigsten zu verstehen sei. Aber bei der Dorfführung muss ich mich doch ab und zu konzentrieren, um alles, was Helene Broger erzählt, auf Anhieb zu verstehen. «Sönd willkomm» ist also grad mal einfach!

So spricht sie während der Führung zum Beispiel von «öses Dooff» – damit meint sie «unser Dorf». Mir war bis dahin gar nicht bewusst, dass Appenzell nur knapp 7’000 Einwohner zählt und somit auch keine Stadt, sondern «nur» ein Dorf ist. Insofern sollte es auch nicht mehr überraschen, dass Appenzell der kleinste Schweizer Kantons-Hauptort ist!

Als Helen Broger von den «Goofen» erzählt, erklärt sie – vermutlich aufgrund unseres Gesichtsausdruckes – umgehend, dass man in Appenzell dieses Wort für liebe, anständige Kinder benutzt. Auf unsere Frage, wie sie denn im Appenzell unartige, freche Kinder nennen, sprudelt es nur so aus ihr: «Das sind Sau-Goofe!» Aha…

Auf einer Dorfbesichtigung durch Appenzell darf natürlich eine Degustation des Appenzeller® Käse nicht fehlen.

Appenzeller Käse

Das Haus des Appenzeller Käses

Degustation Appenzeller Käse

Degustation Appenzeller Käse

Knapp 9000 Tonnen werden davon jährlich hergestellt. Dieser Käse ist aufgrund seines würzigen Geschmacks unverkennbar. Das liegt an der geheimen Kräutersulzmischung und an der sorgfältigen Pflege der Käselaibe. Seit über 700 Jahren wird das Geheimnis der Kräutersulz wie ein wertvoller Schatz gehütet. Kein Wunder, dass sie das Rezept auch uns Bloggern nicht verraten wollen.

Appenzeller Käse

Wie ein wertvoller Schatz wird das Geheimnis der Kräutersulz gehütet

Appenzeller Käse

Utensilien für die Käseherstellung

Alpaufzug

Alpaufzug-Modell

Wir haben dennoch eine Neu-Entdeckung gemacht! Den Appenzeller® Edel-Würzig kannten wir bis jetzt noch nicht. Der kommt ab sofort auf meine Einkaufsliste!

Appenzeller Edel-Würzig

Der Appenzeller® Edel-Würzig

Appenzeller Käse

Mmmmhh. Fein war’s!

Bevor das Programm weiter geht, dürfen wir zum Abschluss des Dorfrundgangs beim Adlerplatz auf die begehbare Drehscheibe des gebürtigen Appenzeller Künstlers Roman Signer stehen. Die Scheibe dreht sich in drei Minuten um 360 Grad.

Schweizer Reiseblogger auf der Drehscheibe von Roman Signer in Appenzell

Bloggertrüppli auf der Drehscheibe von Roman Signer

Zu Besuch bei Grossmutters «Schnuggebock»

Nach der Dorfbesichtigung fahren wir im Blogger-Konvoi nach Teufen – in Appenzell Ausserrhoden. Ich erwähne es explizit, weil man im Appenzell immer wieder betont, was Innerrhoden beziehungsweise Ausserrhoden ist. Ich blicke da nicht so ganz durch. Appenzell ist für mich Appenzell ;-)

Oberhalb von Teufen werden wir im «Erlebnis-Restaurant Waldegg» erwartet – dem heimeligen Bauernhaus von Oma Dörig. Und hier beginnt auch eine kleine Zeitreise:

Ein aus den 30er-Jahren stammendes Bauernhaus wurde zur Erlebnisgastronomie wie im letzten Jahrhundert umgebaut. Hier geht alles etwas gemütlicher zu und her.

Schweizer Reiseblogger in Omis Stube im Erlebnisrestaurant Waldegg

Bloggergruppe beim Nachtessen in Omis Stube

Kulinarisch wird auf eine währschafte Bauernküche gesetzt, wie zu Grossmutters Zeiten eben. Die Menuauswahl reicht von Appenzeller «Chäshörnli mit Ghackets» – natürlich mit «Öepfelmues» – über Kalbshaxe oder Siedfleisch bis zum Schweinsfilet.

Die Portionen sind riesig!

Das Gedeck tischt man sich hier übrigens selber auf. Und vor dem Hauptgang gibt’s für jeden einen Teller von Grosis selbstgemachter Suppe. Das erinnert alles (zumindest bei den älteren Semestern unter der Bloggertruppe) an nostalgische Zeiten.

Ach ja – und mit Plastikgeld sollte man bei Grossmutter auch nicht bezahlen wollen, gell Loredana und Kilian. Die beiden sind wahrscheinlich heute noch mit Abwaschen beschäftigt :-)

Zum Abschluss müssen wir noch ins urtümliche Schulzimmer «Tintelompe» zu Schullehrer Bünzli. Weil wir alle so artig und fleissig sind, gibt’s zur Belohnung einen Schlummertrunk; den klassischen Appenzeller Alpenbitter.

Schweizer Reiseblogger drücken die Schulbank im Erlebnisrestaurant Waldegg

Unser Lehrer (der Chef persönlich)…

Erlebnisrestaurant Waldegg Teufen

… erklärt uns, dass der Alpenbitter aus 42 Kräutern und Gewürzen produziert wird

Erlebnisrestaurant Waldegg

So, genug zugehört, jetzt dürfen wir probieren

Schweizer Reiseblogger posieren im Erlebnisrestaurant Waldegg

Yeah! Gut gemacht!

Schweizer Reiseblogger können auch Jodeln!

Die Organisatoren, Jenny und Reto, haben sich für uns noch etwas Spezielles ausgedacht: Vor dem Nachtessen ist nämlich nochmals Kulturprogramm angesagt! Bruno Inauen ist Dirigent verschiedener Jodel-Chöre und schafft es offensichtlich, auch eine Truppe wilder und teilweise unmusikalischer Reiseblogger zu einem halbwegs hörbaren Naturjodel zu motivieren.

Also ehrlich – hätte mich vorher jemand gefragt, ob wir einen Jodel singen könnten, hätte ich lachend verneint! Wir sind nach dieser Chorstunde wohl alle selber etwas überrascht (und auch ein wenig stolz), in welch kurzer Zeit uns Bruno den Naturjodel beibringt und die paar Töne, die wir von uns geben, wirklich ganz passabel sind! Hört selbst!

Herzlichen Dank an Bruno Inauen für die witzige Chorstunde. Wer sich nach dieser Kostprobe für Naturjodel interssiert, kann unter www.naturjodel.com bei Bruno Inauen Stunden buchen.

Unser Dank geht an:

Herzlichen Dank an Jenny und Reto von A Million Miles für die Organisation und die originelle Idee mit dem Rahmenprogramm!

Ein grosses Dankeschön auch an Helene Broger und Appenzell Tourismus für die Dorfführung und an Bruno Inauen für den Jodelkurs. Besten Dank auch dem Gasthaus Waldegg für die Zeitreise. Dieser Tag wird uns noch lange noch in Erinnerung bleiben!

Tourismusbüro Appenzell

Tourismusbüro Appenzell

Vielen Dank natürlich auch allen teilnehmenden Bloggerkolleginnen und -Kollegen. Mit dabei waren: Travel-Sisi, Sylvia on Tour, Daytrippers, Neleworld, Weltastronauten und
Saturday and Sunday.

Hat echt Spass gemacht mit euch! Bis zum nächsten Treff im neuen Jahr!

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Über unsere Reiseblogger

Katja Birrer liebt es, neue Länder und Kulturen zu entdecken. Als Fachspezialistin in der Unternehmenskommunikation gehört Schreiben zu ihrem Alltag. Sie koordiniert und organisiert nebenbei die zahlreichen Reisen und Ausflüge von reisememo.ch und ist Mitglied im Swiss Travelwriters Club.

2 Kommentare

  1. Gioconda Schärer am

    Wirklich interessant. Die Foto mit Parkplatz und das Sicht beim Abstimmung in der Hand zeigt zwei Welten!
    Und jodeln…kann ja nicht jeder, gratuliere

    • Katja Birrer am

      Ja, in der Tat – zwei Welten :-)
      Und wegen dem Jodeln; wir hätten uns das auch nie zugetraut. Aber es zeigt, dass mit dem richtigen Chorleiter (fast) alles möglich ist…

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