Der vom legendären Profigolfer Severiano Ballesteros im Stil eines Links-Courses entworfene Golfplatz macht seinem Namen „Buenavista“ alle Ehre und schmiegt sich auf einem zum Meer abfallenden Lavaausläufer zwischen Felsküste und Meeresbrandung entlang. Zu den Ballesteros-üblichen Komplikationen wie weite Distanzen von Abschlag bis Anfang Fairway, für Anfänger jedenfalls, oder ondulierte Greens kommen an der Nordwestspitze Teneriffas auch noch ein ständig mehr oder minder starker Wind und zum Meer abfallende Fairways.

Sebastiano Ballesteros‘ Loch 18 des Buenavista Golf Platzes auf Teneriffa

Auf den kurz geschorenen Bahnen, die parallel zur Küste verlaufen, zielt man meist an den oberen Rand des Fairways, sucht den Ball schlussendlich dann aber doch am unteren Rand — ausser der Wind kam ins Spiel, dann kann der Ball auch auf dem nächsten Fairway zum Liegen kommen oder auch mal in grandioser Kaskade über die Felsküste ins Meer stürzen. Minus ein Ball…

Sicht vom Clubhaus auf die Löcher 18 und 9 mit Seen und Ausblick auf das Meer

Es geht immer leicht rauf und runter und der Wind tut nichts dazu, dass es weniger angstrengend wird. Nicht-Golfer werden jetzt nicht verstehen, was mit „Anstrengung“ gemeint ist, aber glaubt mir, nach 18-Löchern ist Mann fix und foxy und schleppt sich robbenderweise noch knapp ins Clubhaus zum verdienten Bierchen.

Naturgemäss ist Loch 18 gemäss schottischer Erfindung das Letze der Golfrunde. Und weil man schon so schön müde ist, hat sich Sebastiano wohl noch eine extraschwierige letzte Bahn ausgedacht.

Schema von Bahn 18 des von Sebastiano Ballesteros entworfenen Buenavista Golfplatzes im Nordwesten Teneriffas

Mit dem Rating von Handicap 14 ist sie zwar offiziell nicht besonders anspruchsvoll (die schwierigste der 18 Bahnen hat Handicap 1), mit der Müdigkeit von 17 andern Bahnen in Kopf und Beinen scheint sie mir aber brutal schwierig. Zumal das Fairway wie üblich nach rechts zum Meer abfällt, auf halbem Weg zwei Fairwaybunker den Weg belagern und kurz vor dem Ziel auch noch ein Sandbunker und ein See den Weg zum Green definitiv versperren.

Und weil das noch nicht reicht, ist die Länge mit Par 5 und 436 Metern nicht gerade besonders kurz und die letzte Landezone vor dem See zu allem Überfluss auch noch stark abfallend, so dass auch ein guter Ball vom Fairway runter in den See kullert… Was der Golfplatz an dieser Stelle mit solchen sogenannten Lake-Balls verdient, muss astronomisch sein!

An den beiden ersten Tagen habe ich es nicht mal bis zum See oder nur knapp in den See geschafft. Und am dritten Tag lief es insgesamt auch nur marginal besser. Aber: am 18. Loch glückte mir für einmal ein wunderprächtiger Abschlag, dass es eine Freude war (dass wir erst bei Loch 10 angefangen hatten, lasse ich jetzt hier mal unerwähnt).

Der folgende Schlag auf dem Fairway war gerade nochmal nicht von schlechten Eltern, weit wie verrückt, aber leicht vom Wind ins hohe Gras getragen (allenfalls war auch mein Schlag nur suboptimal, aber das ist an dieser Stelle nur noch ein Detail am Rande, weil the rest is history…).

Mit diesen zwei Schlägen lag ich also beneidenswerte 100 Meter vom Green entfernt und entschied mich dann für die No-Risk-no-Fun-Variante, also die, die nie funktioniert: Anstatt konservativ vor den See vorzulegen und dann doch den Ball in der See rollen zu sehen, dreschte ich, äh, schwang ich mit etwas schwererem Gerät voll in Richtung Fahne. Und siehe da, für einmal tat der Ball wie ihm empfohlen und er segelte über Bach, See und sonsterlei Hindernisse direkt 2 Meter an die Fahne! Phoahh, what a feeling!

Nach den zwei folgenden Putts hatte ich mit der Standardvorgabe von 5 Schlägen eingelocht. Bravo ich!! Auf einem Platz von Sebastiano Ballesteros! Und das am 18. Loch direkt vor dem Clubhaus!
Okay, okay, gesehen hat es dort wohl niemand, geschweige denn mitgezählt, aber das war mir in dem Moment schnuppe ;-)

Jetzt sind wir natürlich gespannt, wie es auf der nächsten Runde laufen wird, jetzt wo meine Eisen glühen wie heisse Lava

Golf-Pro Mischa Peter

Ehrlicherweise muss ich jetzt natürlich noch nachschieben, dass ich seit zwei Tagen im Trainingscamp von Golf-Professional Mischa Peter weile und seine Tipps fruchten wie die Kakteen auf dem Lavagestein. Also üppig…

Impressionen aus Buenavista del Norte, Teneriffa:

 

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Über unsere Reiseblogger

Walter Schärer ist leidenschaftlicher Vielreisender, Taucher, Golfer, Fotograf und Reiseblogger für reisememo.ch. Und Philosoph und Humorist und für Acryl auf Leinwand hat er auch eine Passion. Und über Gourmet-Restaurants schreibt er neuerdings auch noch... Walter ist Mitglied im Swiss Travelwriters Club.

1 Kommentar

  1. Gioconda Schärer am

    Bravo!!! Die Landschaft traumhaft und fàƒ¼r nicht Golferin wie ich trotzdem verstàƒ¤ndlich die Freude wenn es etwas gelingt!
    Ich wàƒ¼nsche euch viele Erfolgserlebnisse in den Ferien.

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