Schweizer Reiseblog über einmalige Erlebnisreisen.

Himmel auf Erden im „Entre Cielos“ in Mendoza, Argentinien

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Drei Schweizer Familien ziehen nach Argentinien – in die Weinregion Mendoza – und eröffnen am Fusse der Anden das Boutique-Hotel „Entre Cielos“ (zwischen Himmeln) mit Hammam, Wine-Loft und eigenem Weinberg.

Dieser Artikel wurde von SWISS International Airlines in der März-Ausgabe 2014 des Bordmagazins in einer gekürzten Fassung abgedruckt ;-)

SWISS Airlines Bordmagazin mit dem Artikel von reisememo.ch

Erste „unserer“ 3 Doppelseiten im SWISS Bordmagazin vom März 2014

Cécile Adam, David und Daniela Wäger hatten eine gemeinsame Vision: Irgendwo auf dieser Welt ein kleines Paradies zu schaffen. Aber wo?

Projektleiter-Entre-Cielos-Mendoza

V.l.n.r: Gründer und Mitinhaber Cécile Adam und David Wäger, Creative Director Daniela Wäger und Baukoordinator Philipp Schwegler; Foto © Entre Cielos

Verschiedene Destinationen wie Frankreich, Thailand, Panama oder Uruguay wurden in Betracht gezogen. Für alle Teilhaber des Projektes sollte dabei genügend diversifizierte Arbeit anfallen in Marketing, Verkauf, IT, Design, Personal oder was auch immer in so einem Unterfangen auftreten kann.

Schlussendlich fiel die Wahl auf das bekannte Weingebiet Mendoza. Zum einen, weil es die einzige argentinische Region mit wachsendem Tourismus und ohne grosse Auswahl an Luxusunterkünften war. Andererseits aber auch, weil die Gegend wirklich himmlisch schön ist.

Entre Cielos Rebberg und Aussicht auf Anden

Entre Cielos Rebberg und Aussicht auf Anden

Argentina, aqui vamos!

Im August 2009 kauften die drei Initianten ein Grundstück und zogen mit ihren Familienangehörigen (insgesamt 14 Personen!) und einem grossen Container nach Argentinien um.

Bewundernswert ist, dass die drei Abenteurer zwar beachtliche Leistungsnachweise, aber keinerlei Erfahrung in Hotellerie oder Weinbau hatten. Die grosse Affinität und Begeisterung für diese Branchen genügten, den mutigen Schritt zu wagen.

Reben und Hotel bei Sonnenaufgang von der Wein-Loft aus gesehen

Reben und Hotel bei Sonnenaufgang von der Wein-Loft aus gesehen

Die Lage in einem Vorort von Mendoza, eines exzellenten Malbec-Terroirs, inmitten eines Weinbergs mit Fruchtbäumen, Pappeln und freier Sicht auf die Anden, bildete das Fundament für ihr kleines Luxushotel. Für das etwa 100 x 800 Meter grosse Grundstück mit einem verlassenen Weingut brauchte es jetzt konkrete Pläne.

Die Familienmitglieder hatten sehr klare Vorstellungen über ihr Vorhaben. Für den Weinbau konnte der Oenologe Hubert Weber gewonnen werden, ein seit 15 Jahren in Argentinien wohnhafter Schweizer.

Die Bauphase: Durch Himmel und Hölle?

Für die Umsetzung des Bauvorhabens holte man sich die Unterstützung lokaler Architekten. In einer ultrakurzen Miniausschreibung von 48 Stunden(!) stach das kleine Architekturbüro A4estudio hervor. Die modernen Ansätze der zwei innovativen Geschäftsführer, Juan Manuel Filice und Leonardo Codina, die sich von skulpturalen Betonblöcken des Künstlers Donald Judd inspirieren liessen, überzeugten die Schweizer auf Anhieb.

Architekt Juan Manuel Filice von A4estudio

Juan Manuel Filice erläutert das Architekturkonzept

Die Aufteilung in eine Konzeptions- und eine Umsetzungsphase war gemäss Juan Manuel Filice – der federführender Architekt – das Einzige, was in dem Projekt konventionell lief. Aber eins nach dem andern…

Das Anbieten von Ruhe und Entspannung waren zwei der wichtigsten Ziele des Projektes.

Daniela Wäger und die anderen Bauherren hatten sehr klare Vorstellungen über ihr Vorhaben. Die Vorschläge der Architekten wurden zwar goutiert, oft aber auch mit genauen Anweisungen wieder in die Überarbeitung zurückgeschickt. Es war für die Architekten ein unüblich intensiver Austausch, man war ständig in Kontakt.

Architekt Juan Manuel Filice von A4estudio

Architekt Juan Manuel Filice von A4estudio

Die hohen Ansprüche der Schweizer waren für die Argentinier eine echte Herausforderung. Die Familienmitglieder verbrachten 7 Tage die Woche auf der Baustelle und verfolgten den Bauverlauf minutiös. Mit einem Lächeln erinnert sich Juan Manuel an die „Montagsmeetings“; hatte man werktags noch täglich den Austausch, so stapelten sich übers Wochenende jeweils die Änderungswünsche oder Mängelrügen der Bauherren…

Architekt Juan Manuel Filice von A4estudio

Juan Manuel erinnert sich mit einem Lächeln an die „Montagsmeetings“

Eine weitere Hürde war die Sprache: Die Familienmitglieder kommunizierten untereinander in Schweizer Dialekt, in Englisch mit den Architekten und diese wiederum in Spanisch mit ihren Mitarbeitern und Lieferanten.

Comprende?

Entsprechend visualisierte man Ideen oft mit Zeichnungen und Plänen, um sie allen verständlich zu machen. Und da die Eigner keinerlei Hotel- oder Restauranterfahrung hatten, wurden die Abläufe der Gäste und Mitarbeiter mittels Playmobilfiguren simuliert.

Hauptsache es funktioniert dann ;-)

Architekt Juan Manuel Filice von A4estudio

Zahlreiche Visualisierungen unterstützten die Kommunikation

Im Nachgang bestätigt Juan Manuel Filice, noch nie so anspruchsvolle Kunden gehabt zu haben. Die sehr kurz angesetzten Fristen und der intensive Austausch waren jedoch für das junge Architekturbüro eine wichtige und positive Erfahrung, die heute auch in anderen Projekten einfliesst.

Ein Hammam für Südamerika

Zum Bauvorhaben gehörte auch ein Hammam, das noch vor dem Hotelbetrieb, bereits im November 2010 eröffnet wurde. Auch dieser Service war ein Wagnis sondergleichen. Denn erstens hatte auch in diesem Bereich keiner der Initianten Erfahrung und zweitens war die türkisch inspirierte Bade- und Reinigungszeremonie in Südamerika praktisch unbekannt. Entsprechend musste den Argentiniern das Konzept zuerst überhaupt nähergebracht werden. Es ist das erste traditionelle Hammam-Spa in Lateinamerika!

Hammam-Entre-Cielos-Mendoza

Hammam des Boutique Hotels
Foto © Entre Cielos

Aber gemäss Cécile Adam war man zuversichtlich und mittlerweile überzeugt, dass sich dieser Trend noch weiter ausbreiten wird. Denn Mendoza sei ein guter Testmarkt: Was hier erfolgreich ist, bewährt sich in ganz Argentinien. Inzwischen ist das Entre Cielos Hammam fester Bestandteil von Weinreisen durch Mendoza.

In diesem Sinne könnten also künftig auch noch weitere Hammams das Licht, respektive das Dunkel der Welt erblicken. Denn interessanterweise sind ja die originalen türkischen Bäder eher hell und gross, die westlichen Interpretationen eher kleinräumig und dunkel. Aber das ist eine andere Geschichte….

Entre Cielos Boutique Hotel – Viviendo la Vida

Seit 2011 erstrahlt also auf dem Grundstück das einzigartige Boutique-Hotel „Entre Cielos“ mit 15 individuellen Suiten, einer exklusiven Wine-Loft, zwei Restaurants, einem Swimming- und Whirl-Pool sowie dem beschriebenen Hammam.

Wein-Loft über dem Rebberg

Wein-Loft über dem Rebberg

Hotelzimmer

Hotelzimmer Cinnamon

Der Name für das Hotel entstand übrigens wie für Namen üblich in einem interaktiven Prozess. Entre Sepas (Spanisch für „Zwischen Weintrauben“) war für ein Hotel, das zwischen Reben steht, ein schnell gefundener Arbeitstitel. Daraus wurde schliesslich Entre Cielos (zwischen Himmeln).

„Entre Cielos“ ist in der Tat wie ein bisschen Himmel auf Erden: Eingebettet in einer malerischen Landschaft inmitten von Weinreben bietet es allen Komfort, ganz nach der Philosophie „Viviendo la vida“ – ankommen und das Leben mit allen Sinnen geniessen!

Hotel-Pool und Himmelbett nachts

Hotelpool und Himmelbett nachts, im Hintergrund eines der Restaurants

Dass dabei der Asado, der argentinische Braten, ein Kernelement des Angebotes darstellt, versteht sich von selbst. Je nach Witterung geniesst man das saftige Fleisch auf einer der Terrassen oder in den Restaurants. Der Beef Club bietet sich umso mehr an, als hier auch das Intérieur auf Weinkeller macht und eine sehr intime Stimmung bietet.

Asado: Argentinisches Grillfest

Asado: Argentinisches Grillfest

Beef Club Spiess als Vorspeise

Beef Club Spiess als Vorspeise (!)

Die meisten Gäste stammen aus den USA, England, Argentinien, Brasilien und der Schweiz. Argentinier sind übrigens dankbare Gäste, denn wenn sie mit der Kreditkarte Auslandreisen finanzieren wollen, wird es komplex: Das heisst, es werden ihnen vom Staat viele Hürden in den Weg gelegt. Bei der Rückreise ins Land wird zum Beispiel kontrolliert, was ausgegeben wurde, wie viel Steuern darauf anfallen, etc. Daher „deponieren“ sie ihre Pesos halt lieber in argentinischen Oasen wie dem Entre Cielos.

Pool-Lampen in der Abenddämmerung

Pool-Lampen in der Abenddämmerung

Heute führt Cécile Adam mit ihrem Partner David Wäger und dessen Schwester Judith Wäger das Hotel zusammen mit dem argentinischen General Manager Fernando Martà­n. Auch dies war anfänglich nicht ohne, da er sich zuerst an die Schweizer Ansprüche gewöhnen musste.

Cecile-Adam-Fernando-Martin-Entre-Cielos-Management

Cécile Adam und General Manager Fernando Martà­n

Entre Cielos ist Mitglied der renommierten Hotelvereinigungen Healing Hotels of the World und Small Luxury Hotels of the World.

Preisgekröntes Boutique Hotel

Das noch junge Hotel hat bereits mehrere Awards gewonnen: Es wurde gegen namhafte internationale Konkurrenz zum „Best New Boutique Hotel in the World 2012“ gewählt, ebenso wie zum „Winner of Traveller’s Choice 2013“.

Und im November 2013 wurde Entre Cielos in London an den World Boutique Hotel Awards als Gewinner in den Kategorien Best Boutique Hotel of South America und Sensuous Spa 2013 ausgezeichnet.

Auch die Bewertungen bei TripAdvisor sprechen eine klare Sprache… Mitinhaberin und Marketingverantwortliche Cécile Adam verdankt denn die zahlreich eintreffenden positiven Voten auch persönlich. Ganz im Sinne eines Boutique Hotels eben.

Wir gratulieren herzlich! Que bien, no?

Dieser Artikel ist als gekürzte Fassung in der März-Ausgabe 2014 des SWISS Bordmagazins erschienen.

SWISS Boardmagazin SWISS FlugzeugfensterDie Ausgabe handelt von Sao Paulo, unserer Stop-Over Destination.

Vielen Dank an Dan Bärlocher, Head of Corporate Communications und sein Team um Vanessa Schaub ;-)

 

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Katja Birrer liebt es, neue Länder und Kulturen zu entdecken. Als Fachspezialistin in der Unternehmenskommunikation gehört Schreiben zu ihrem Alltag. Sie koordiniert und organisiert nebenbei die zahlreichen Reisen und Ausflüge von reisememo.ch und ist Mitglied im Swiss Travelwriters Club.

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