Schweizer Reiseblog über einmalige Erlebnisreisen.

Lissabon in 91‘302 Schritten – von rauchenden Schuhen und viel Gebäck

1

Lissabon ist eine Stadt, die man wunderbar zu Fuss erkunden kann. Klar, die herrlich nostalgischen Trams, die durch die Stadt ruckeln, sind natürlich auch eine reizende Option. Mein Mann Stefan und ich geben uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aber zu Fuss!

Tram in Lissabon

Allenfalls etwas naiv, beschliessen wir an unserem ersten Tag, einfach mal loszumarschieren und uns nach Gutdünken treiben zu lassen. All die verwinkelten Gassen und Treppen hoch und runter. Vorbei an gestikulierenden Einheimischen, farbigen Wäscheleinen und pittoresken Häusern.

Wir tauchen komplett ein in diese einnehmende Atmosphäre, welche die portugiesische Hauptstadt ausmacht.

Wäscheleine in den Strassen Lissabons

Waschtag in Lissabon

 

Einmal Lissabon zu Fuss, bitte!

Ganz nebenbei nehmen wir so auch die gängigen Sehenswürdigkeiten mit. Wie das Castelo de São Jorge, den Elevador de Santa Justa, die Kathedrale und natürlich die Viertel Bairro Alto und Alfama.

Da Lissabon wie Rom auch auf sieben Hügeln gebaut wurde, landet man immer wieder mal auf einem Mirador. Von hier bieten sich jeweils traumhafte Ausblicke über die diversen Stadtteile.

Und natürlich hat man unterwegs mehr als genug Möglichkeiten einzukehren. Je nach Tageszeit gönne ich mir einen Kaffee oder ein Gläschen Vino Verde begleitet von Pastéis de bacalhau. Stefan greift derweil zum Bierchen.

Miradouro de Santa Luzia in Lissabon

Sicht vom Miradouro de Santa Luzia

Miradouro das Portas in Lissabon

Sicht vom Miradouro das Portas

Alles in allem ein für uns Wandervögel perfekter Urlaubstag. Wenn auch ein Langer, denn die gemäss unserem Tracker 31’751 Schritte liegen weit über den empfohlenen täglichen 10’000. Na ja, die Füsse rauchen ja auch dementsprechend!

Lissabon – Belém, ja des Pastéis wegen!

Am nächsten Tag geht’s zunächst mit dem Bus nach Belém. Ich gebe zu, in erster Linie komme ich wegen den legendären Pastéis de Belém. Bereits am Morgen bilden sich lange Schlangen vor der Bäckerei. Macht nichts. Das muss jetzt einfach sein.

Und was soll ich sagen – das Warten hat sich absolut gelohnt!

Knuspriger Blätterteig, cremige Füllung, ein Hauch von Zimtzucker und das Ganze noch leicht dampfend warm aus dem Ofen. Der Himmel auf Erden!

Davon gehen hier übrigens tagtäglich unglaubliche 20‘000 Stück über den Tresen!

Pastéis de Belém

Legendäre Pastéis de Belém

Frisch gestärkt besuchen wir den Torre de Belém. Früher wies er den ankommenden Entdeckern und Handelsschiffen mit Leuchtfeuern den Weg.

Gleich daneben steht das Denkmal der Entdeckungen, das 33 wichtigen Persönlichkeiten Portugals aus dem Spätmittelalter gewidmet ist. Ganz vorne steht offensichtlich Heinrich der Seefahrer mit seiner legendären Mütze.

Torre de Belém

Torre de Belém

Denkmal für die portugiesischen Seefahrer und Entdecker

Denkmal für die portugiesischen Seefahrer und Entdecker

Danach empfiehlt sich ein Besuch des Mosteiro dos Jerónimos mit seinem bezaubernden Kreuzgang und den filigran verzierten Säulen.

Mosteiro dos Jerónimos in Lissabon

Mosteiro dos Jerónimos

Kreuzgang im Mosteiro dos Jerónimos in Lissabon

Kreuzgang im Mosteiro dos Jerónimos

Sicht aus dem Kreuzgang im Mosteiro dos Jerónimos

Sicht aus dem Kreuzgang im Mosteiro dos Jerónimos

Ebenfalls in Belém entdeckten unsere Reiseblogger-Kollegen Katja und Walter die eindrucksvolle Fundación Champalimaud. Etwas für Liebhaber moderner Architektur. Auch nicht schlecht!

Zum krönenden Abschluss gönnen wir uns zurück in der Stadt ein hervorragendes Nachtessen im legendären Restaurant „Ramiro“. Das Ambiente ist leider sehr hektisch und da man nicht reservieren kann, muss man auch hier geduldig auf einen Tisch warten.

Aber es lohnt sich: Die Meeresfrüchte sind sensationell!

Fast noch mehr hat mir aber das Dessert geschmeckt: Ein Steak-Sandwich!

Echt jetzt!

Aber es passt total gut nach all dem Meeresgetier…

Seafood und Steaksandwich im Restaurant Ramiro in Lissabon

Seafood und Steaksandwich bei Ramiro

Satt, glücklich und mit „bloss“ 26‘873 Schritten neigt sich auch unser zweite Tag in Lissabon dem Ende zu.

Sintra – im Freilichtmuseum

Am dritten Tag fahren wir ins rund 30 km entfernte Sintra. Hoch über dem Städtchen thront der farbenfrohe und fast schon kitschige Palacio Nacional da Pena, das „Schloss Neuschwanstein Portugals“.

Der Palast verbindet verschiedene Baustile und Farben. Und genau das macht die Schönheit und Romantik des Schlosses aus. Knallgelb, leuchtendes Rot, blaue Kacheln, Mosaike, Steinmetzarbeiten, alles wild gemischt.

Mir gefällt’s.

Mein Mann – ein Architekturkenner – verdreht die Augen wie im Disneyland. Aber so sind die Geschmäcker ja zum Glück verschieden ;-)

Palácio Nacional da Pena in Sintra bei Lissabon

Farbenfroher Palácio Nacional da Pena

Palácio Nacional da Pena in Sintra

 

Einen kurzen Fussmarsch vom Palast entfernt liegt das Castelo dos Mouros. Hier erklimmt man den höchsten Punkt der Burgmauer und geniesst die Sicht zurück auf den Pena-Palast und hinunter auf Sintra.

Castelo dos Mouros in Sintra

Castelo dos Mouros

Wir erspähen von hier oben auch schon unser nächstes Ziel, die Quinta da Regaleira. Also nichts wie hin in diesen Garten mit seinen Brunnen, Grotten und romantischen Plätzchen!

Obwohl es in Sintra noch einiges zu besichtigen gäbe, müssen wir irgendwann Prioritäten setzen. Wir fahren also zurück nach Lissabon, um unseren letzten Abend mit einem artgerechten Essen ausklingen zu lassen.

Auch heute haben wir wieder beachtliche 32‘678 Schritte zusammengetragen. Respektive zusammengetreten natürlich.

Macht zusammen in diesen drei Tagen 91‘302 Schritte. Mit entsprechend vielen Impressionen und Erlebnissen!

Trotzdem werden wir hoffentlich bald wieder nach Lissabon kommen. Ich freue mich schon auf mein nächstes Pastéis de Belém und die überaus gutaussehenden und charmanten Portugiesen.

Morgen geht es nämlich schon wieder weiter nach Porto. Aber das ist eine andere Geschichte…

Empfehlen Sie uns weiter?

Über unsere Reiseblogger

Isabella Pfenninger ist fasziniert von exotischem Essen, fremden Kulturen, historischen Denkmälern und inspirierenden Landschaften. Zusammen mit ihrem Mann Stefan entdeckt sie gerne die schönen Orte in der fernen Welt oder der nahen Schweiz. Beide sind leidenschaftliche Fotografen. Wenn nicht gerade auf Reisen, arbeitet Isabella in der Immobilienbranche.

1 Kommentar

  1. Ah, ja, die feinen Pastéis haben es in der Tat in sich! Die Warteschlange haben auch wir erfolgreich erduldet. Allerdings scheinen die Touris jeweils morgens anzustehen. Als wir am Nachmittag wieder am Geschäft vorbeikamen, stand niemand mehr schlange. Oder die Pastéis waren ausverkauft. Das wissen wir jetzt auch nicht genauer…

Hier kommentieren (Ihre E-Mail bei gravatar.com registrieren für Profilbild)