Die besten Reiseblogs der Schweiz

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Hoteliers fragen uns immer wieder, wie sie wohl relevante Reiseblogger identifizieren können. Denn sie erhalten immer mehr Anfragen für kostenlose Aufenthalte, wo Hoteldienstleistungen wie Übernachtungen und Essen gegen Reviews und die Promotion auf Social Networks eingetauscht werden. Hier die besten Schweizer Reiseblogs sortiert nach Relevanz.

Kriterien überspringen und direkt zum Ranking springen.

Blog-Rankings sind immer eine Gratwanderung, da es keine abschliessend „korrekten“ Beurteilungskriterien gibt. Ich wähle für meine Liste die 4 folgenden Kriterien und ermittle den Durchschnitt:

1. Sichtbarkeit bei Google

Man kann darauf abstellen, dass Reiseblogs, die bei Google öfter in den oberen Positionen erscheinen, wohl vieles richtig machen. Diese hohe Visibilität kommt dann auch dem Hotel zugute, da der Review viel gesehen wird und dadurch einen Branding-Effekt erzielt: Das Hotel steigt im Bewusstsein von möglichen Gästen.

Im besten Fall erzeugt ein Review auch noch Direktbuchungen und damit Umsatz ohne Margenverlust durch Buchungsplattformen.

Die Höhe der Auffindbarkeit bei Google messe ich anhand der Werte der Searchmetrics Suite. Es ist eines der führenden Tools für Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Berücksichtigt habe ich die Werte für Google Schweiz. Einige Schweizer Reiseblogs ziehen sehr viele Leser aus Deutschland an. Das kommt ihnen bei diesem Kriterium nicht zugute. Bei den weiteren allerdings schon.

Die Searchmetrics-Werte stehen separat für Desktop- und Mobile-Suchen zur Verfügung. Ich berechne den Durchschnitt davon. Man könnte auch hingehen und argumentieren, dass mobile Suchen heute wichtiger sind und den entsprechenden Wert höher bewerten. Das tue ich dieses Mal nicht, da die beiden Werte meist recht nahe beieinander liegen.

2. und 3. „Vertrauensbezeugnis“ durch Links zum Reiseblog

Je mehr externe Links ein Blog auf sich vereinen kann, umso besser müssen dessen Inhalte sein. Und je prominenter die verlinkenden Seiten sind, umso höher die Bedeutung eines Links. Die Anzahl Links und deren Qualität soll eine der drei wichtigsten Kriterien sein im Ranking-Algorithmus von Google. Indirekt hat dieser Wert also auch mit der Sichtbarkeit bei Google zu tun.

Den Wert für diesen Sachverhalt ziehe ich aus dem SEO-Tool Majestic und den Komponenten Trust Flow und Citation Flow.

4. „Wahrscheinlichkeit“ für gute Rankings einer Website bei Google

Der SEO-Tool Anbieter MOZ weist für die meisten Webseiten die sogenannte „Domain-Authority“ aus (DA): Der Wert zwischen 0 und 100 gibt an, wie wahrscheinlich eine Seite bei Googles Suchmaschine weit oben stehen wird. Basierend auf der Relevanz der Inhalte, die eine Webseite über längere Zeit zu einem bestimmten Thema publiziert und Backlinks dafür gesammelt hat. Die Skala ist logarithmisch, d.h. es wird nach oben immer schwieriger, höhere Werte zu erreichen.

Ich beschränke mich auf Deutschschweizer Blogs, da ich in anderen Sprachen keine gute Übersicht habe.

Ranking: Die besten Reiseblogs der Schweiz

100 ist das Punktemaximum:
1. Travelita 87.5 Blogger-Ranking
2. Reisememo 69.0 Blogger-Ranking
3. Travelblogger 62.8 Blogger-Ranking
4. LittleCity 62.3 Blogger-Ranking
5. GlobeSession 60.1 Blogger-Ranking
6. Weltreiseforum 58.5 Blogger-Ranking
7. Um die Weltreise 56.3 Blogger-Ranking
8. Patotra 54.7 Blogger-Ranking
9. Rapunzel will raus 53.3 Blogger-Ranking
10. Swiss Nomads 51.4 Blogger-Ranking

 

Weitere Blogs mit den nächstbesten Werten sind

Stand März 2019 (Im März gab es eine grosse Umstellung der MOZ Domain Authority)

„Erfolg“ in Social Networks als Rankingfaktor

Ursprünglich wollte ich auch einen Kennwert für den Erfolg in Social Networks ins Ranking einfliessen lassen.

Auf der Suche nach einem sinnvollen Messwert — Followerzahlen sind wie oben geschildert nicht aussagekräftig — habe ich die Tools Searchmetrics, Buzzsumo, Social Blade und SocialBakers getestet.

Nach mehreren Versuchen, z.T. mit Unterstützung ihres Supports, habe ich das Unterfangen aufgegeben: Entweder schienen mir die Kennzahlen nicht sinnvoll, oder die „kleinen“ Schweizer Profile sind in den Tools gar nicht erst aufzufinden.

Warum wäre ein Social Ranking interessant?

Social Networks sind heute ein wichtiger Kanal für die Verbreitung von Reisethemen. Die meisten Reiseblogger vermarkten ihre Reviews via Facebook, Instagram, Pinterest, Twitter und so. In unserer Erfahrung ist Pinterest der aktuell interessanteste Kanal, weil er die User auf den Reiseblog bringt anstatt sie auf der Plattform zu halten wie bei Facebook und Instagram.

Typischerweise geschieht die Promotion allerdings, ohne die Beiträge zu bewerben (Sponsored Post), so dass nur ein Bruchteil der Follower die Inhalte tatsächlich sieht. Bei Facebook sind es rund 1-2%, bei Instagram (noch) rund 10%, Tendenz sinkend je mehr Follower jemand hat.

Das liegt am Geschäftsmodell von Social Networks: Kostenlos Reichweite anzubieten, gehört nicht zu ihrem Dienstleistungskatalog. Sie möchten, dass Nutzer für Reichweite bezahlen.

Die Anzahl Follower von Reisebloggern auf Social Networks ist also kein aussagekräftiger Messwert, da nur ein Bruchteil der Fans die Inhalte sieht.

Aber — Hoteliers könnten Reisebloggern z.B. CHF 100.- für die Promotion eines Reviews auf Social Networks zur Verfügung stellen. Dann würden massiv mehr Interessenten auf die Inhalte aufmerksam und das Investment in die Kooperation mit den Reisebloggern wäre besser amortisiert.

Reisebloggern empfehle ich, einen zu vereinbarenden Teil des Betrages als „Agenturgebühr“ für sich zu behalten. Als Entschädigung für die Arbeit mit dem Aufschalten und für das zur Verfügung stellen der eigenen Marke mit den erarbeiteten Followern.

Das Messen der Effektivität von organischen (also unbezahlten) Social Network Massnahmen ist fast nicht möglich. Um einen vergleichbaren Wert einzusetzen, könnte man auf die Engagement-Messung von Buzzsumo setzen: Die Zählen alle Werte zusammen aus den Netzwerken Facebook, Twitter, Pinterest und Reddit.

Das ist deshalb kein optimaler Messwert, weil er die Netzwerke nicht gewichtet: Auf unserem Blog Reisememo beispielsweise stammen über 90% der Social Media Besucher von Pinterest. Ein Like oder Share von dort ist für uns also viel wertvoller als von allen anderen Netzwerken. Zudem ist Reddit in der Schweiz wenig bekannt.

Gleichzeitig beträgt bei Reisememo der Anteil von Besuchern via Social Networks unter 20% aller Besucher. Andere Blogs wie Littlecity erzielen Werte von bis zu 50% Besuchern aus Social Networks. Offensichtlich engagieren sie ihre Community aktiver als wir. Oder sie betreiben weniger Aufwand für SEO. Bei Prozentangaben muss ja auch wieder vorsichtig sein ;-)

Wer mir Tipps für einen aussagekräftigeren Messwert der Wirkung in Sozialen Netzwerken geben kann, be my guest ;-)

Rankingkriterien zum selber nachrechnen

Ende Februar 2019 waren die Kennwerte wie folgt:

Berechnung der Schweizer Reiseblogger Kennwerte für Trust Flow, Citation Flow, Visibilität bei Google.ch und Domain Autorität

Schweizer Reiseblogger Kennwerte für Trust Flow, Citation Flow, Visibilität bei Google.ch und Domain Autorität

Blau hervorgehoben habe ich die Ersten und Zweiten pro Kategorie. Auffällig ist der hohe Trust Flow von Tom alias Travelblogger. Vielleicht geniesst er einen so hohen Wert wegen eines Backlinks von Blogging Tom, dem ersten wirklichen Schweizer Blogger?

Um die 4 Kategorien vergleichbar zu machen, habe ich jeweils dem höchsten Wert 100 Punkte zugewiesen und für die anderen den Dreisatz berechnet. Für die Gesamtpunktzahl nehme ich von den 4 Kategorien den Durchschnitt.

Wer seine Werte selber nachrechnen will oder aktuelle Werte sucht, findet die Tools untenstehend:

Die Domain Authority findet man beispielsweise via MOZ-Bar. Die kann man kostenlos installieren und sieht dann für jede Seite ihre Page Authority (PA) und Domain Authority (DA).

Page und Domain Authority gemäss MOZ.com

Der Trust und Citation Flow sind Kennwerte von Majestic.com, die eine Aussage machen über die Glaubwürdigkeit einer Seite. Basis dafür ist die Qualität von Links auf eine Seite. Mehr über den Wert von Citations habe ich auf dem BlueGlass-Blog publiziert.

Trust- und Citation-Flow von travelita.ch und reisememo.ch

Trust- und Citation-Flow von travelita.ch und reisememo.ch

Die Visibilität bei Google Schweiz (und anderen Ländern) ist meines Erachtens der beste Indikator bezüglich Suchmaschinenoptimierung SEO. Die Werte für Desktop und Mobile findet man bei Searchmetrics. Ihre kostenlose und zeitlich unlimitierte Testlizenz ist recht mächtig. Die kann ich jedem Blogger wärmstens empfehlen!

Visibilität von Reisememo bei Google.ch gemäss Searchmetrics

Visibilitätsindex von Reisememo im Februar 2019 bei Google Schweiz

Für meine Betrachtung habe ich den Durchschnitt der Werte von Mobile und Desktop berücksichtigt.

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About Author

Walter Schärer ist leidenschaftlicher Vielreisender, Taucher, Golfer, Fotograf und Reiseblogger für reisememo.ch. Und Philosoph und Humorist und für Acryl auf Leinwand hat er auch eine Passion. Und über Gourmet-Restaurants schreibt er neuerdings auch noch... Walter ist Mitglied im Swiss Travelwriters Club.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank, dass du dein Vorgehen nun etwas genauer erklärt hast. Ich kann dein Ranking zwar noch immer nicht nachvollziehen, aber ich mach wohl dann wohl einfach mein eigenes Ranking nach Kriterien, die ich für sinnvoll empfinde wie zb Leserzahlen, Feedabonnenten und Sichtbarkeit.

    Nebenbei, die durchnittliche Sichtbarkeit auf Facebook liegt bei dir echt bei 1 bis 2 Prozent? Das ist ja extrem wenig. Sofern die Zahlen stimmen, die FB selbst liefert, sehen bei mir praktisch immer 2000 Leute einen Post. Das ist grob ein Drittel. Bei Bildgeschichten komme ich teilweise auf bis zu 5000. Oder meinst du das Verhältnis von Likes zur Anzahl der Nutzer?

    • Dass Du im „Schweizer Ranking“ nicht weiter oben stehst, obwohl Du mehr Leser hast als wir, liegt vermutlich daran, dass Du zwar in Deutschland eine sehr hohe Visibilität hast, in der Schweiz aber etwas weniger. Für den DACH-Raum gemessen wäre das Ranking ganz anders.

      Leserzahlen wären ein gutes Kriterium, nur kann ich die nicht sehr präzise ermitteln: Similarweb ist mir zu ungenau und ich kann nicht wissen, ob die Besucher eingekauft werden oder nicht.

      Feedabonnenten sind aber tatsächlich ein weiteres gutes Kriterium. Das könnte ich in einer nächsten Version des Rankings einarbeiten. Diesbezüglich geben wir uns beispielsweise keine Mühe, da wir den Blog nur hobbymässig betreiben und deshalb den Aufwand beschränken müssen.

      Die tiefe Sichtbarkeit von Facebook wurde in einer amerikanischen Studie gemessen. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Algo in Europa noch nicht so kompetitiv eingestellt ist. Zudem haben wir es im Reiseumfeld mit unseren schönen Motiven etwas leichter als sagen wir mal Staubsaugerverkäufer.

      Tendenziell wird die organische Sichtbarkeit in Social Networks aber laufend sinken, denn gratis Reichweite anzubieten gehört nicht zu ihrem Geschäftsmodell. Deshalb fokussieren wir unsere beschränkten Ressourcen auf SEO statt Social Media. Und auf Pinterest. Das ist vorerst das letzte grosse Netzwerk, das noch viel organischen Traffic bringt (bei uns 90% des Social Traffics). Aber dieses Jahr gehen sie voraussichtlich an die Börse, danach wird Reichweite wohl auch dort kosten…

      • Danke für die Erklärungen. Ich hatte tatsächlich immer die Sichtbarkeit in DE im Blick und da wäre weltreiseforum.com nach meinen Messungen an oberster Stelle. Dass meine Visibilität in der Schweiz so viel tiefer ist, war mir bisher gar nicht bewusst.

        Florian von flocutus.de hat ein Ranking nach Feedlesern erstellt. Er zählt dabei die Zahlen von Bloglovin und Feedly zusammen. Das ist nicht so ganz vollständig, weil es natürlich auch Feedleser gibt, die Feeds direkt ziehen. Aber das für eine relative Positionierung spielt das keine so grosse Rolle.

        Die Leserzahlen findest du ja bei fast allen Schweizer Bloggern im Mediakit. Diese könnten zwar theoretisch frei erfunden sein, aber mit dem etwas ungenauen Similiarweb kannst du die Zahlen immerhin auf ihre Plausibiliät prüfen. Ausserdem könnte ich mir vorstellen, dass die meisten bereit wären, ihre Zahlen mit einem Screenshot zu belegen.

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