Auf dem Meraner Vigiljoch die Seele baumeln lassen

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Vigiljoch - Vigilius Mountain Resort

Auszeit auf dem Vigiljoch: Mitten in nahezu unberührter Natur

Der Wunsch, mich in einem Rückzugsort in den Bergen zu erholen, führt mich für einen Kurztrip ins Südtirol. Genauer aufs Vigiljoch bei Meran.

Die letzten Monate? Ritsch-ratsch und vorüber waren sie. Arbeit ohne Pause, einzig der Hund hat mir regelmässig kleine Auszeiten beschert. Schliesslich muss er ja auch mal Gassi gehen.

Freunde haben vom Naturparadies Vigiljoch im Meraner Land geschwärmt. Ein Ort mit besonderen Kräften, sagten sie. Mit Heilwasserquellen und prähistorischen Kultplätzen, Feuersteinen, magischen Wetterhügeln und solchen Sachen. Und perfekt für Wanderungen. Weil man nur mit der Seilbahn hochkommt, gibt’s da auch keine Autos. Einzig Natur. Genau das Richtige so ein Kurztrip ins Südtirol oder Alto Adige wie die Region auf italienisch heisst, um wieder in Balance zu kommen und Aufzutanken.

Das autofreie Vigiljoch auf dem Nördersberg liegt oberhalb von Lana, einem hübschen Ort gleich neben Meran. Neben Wunderkräften findet man dort auch ein alpines, naturbelassenes Wanderparadies auf 1.700 m Höhe. Besonders beliebt ist die Vigiljoch Rundwanderung und im Frühling der schöne Alpenrosenweg, wenn die dunkelrosa Bergblume blüht.

Mit der luftigen Seilbahn Vigiljoch fahren wir – die bessere Hälfte kommt zwecks Quality Time mit – von der Talstation in Lana hoch auf die Bergstation.

Bergstation der Seilbahn Vigiljoch S. Vigilio

Von der Bergstation der Vigiljoch-Seilbahn gehen tolle Wanderwege in verschiedene Richtungen

Die Aussicht? Atemberaubend schön!

Ein paar Meter weiter weg liegt das Vigilius Mountain Resort. Dort checken wir für unseren Kurztrip Südtirol erst einmal ein. Stress ist hier ein Fremdwort. Gut nachvollziehbar. Hier auf dem autofreien Berg gibt’s einfach nur Stille und Natur. Nach dem Motto ‚Leben im Einklang mit der Natur’ hat Stararchitekt Matteo Thun das luxuriöse, doch null Protzige, aufs Wesentliche reduzierte Resort mit seiner ungewöhnlichen Fassade aus Holzlamellen erbaut. Und auch nach streng nachhaltigen Kriterien.

Holzlamellen des Mountain Vigilius Resorts

Simone im Mountain Vigilius Resort

Nachhaltig gebautes Vigilius Mountain Resort: Mit der EarthCheck-Silber-Auszeichnung gehört es zu den nachhaltigen Unternehmen der Tourismusbranche.

Nach einer kurzen Begrüssungstour sind wir nun uns selber überlassen. Die fast heilige, so ersehnte Ruhe macht, zumindest mich, nun doch etwas kribbelig. Zudem habe ich mir Digital Detox verschrieben. Etwas Stille und Einkehr und schon habe ich Entzugserscheinungen. Da hilft nur Eins – ab in den Spa!

Ich tauche in den Whirlpool, das warme, sprudelnde Wasser lässt meine Verspannungen und das unruhige Kribbeln wegschmelzen. Das Pool-Becken reicht von innen über eine Glastüre ins Freie bis in einen Lärchenwald – wie schön! Der harzig-würzige Duft der Bäume vermischt sich mit der leicht feuchten Luft. Ein paar Vögel zwitschern fröhlich, von weit entfernt hört man das Geläut der Glocken der auf der Alm weidenden Kühe.

Pool im Vigilius Mountain Resort

Der Spa Bereich des Vigilius: Verbindet Innen- und Aussenraum

Die bessere Hälfte hat es sich inzwischen mit der Lektüre der Vigilus Mountain Stories im Kaminzimmer zum Afternoon Tea niedergelassen, während ich im kleinen, super eingerichteten Fitnessraum Yoga Nidra Übungen mache. Sie sorgen für wunderbare Tiefenentspannung.

Viel mehr läuft dann nicht mehr bei uns – ausser einem Südtiroler Abendessen im Kerzenlicht im hauseigenen Restaurant 1500, das mit einem hochgezogenen Giebeldach aus Holz einen gemütlichen, gleichzeitig stylischen Heustadel imitiert. Besonders beeindruckend: die Sicht durch die Panoramafester auf die Dolomiten, die umliegenden Wälder und die ersten Lichter des Tales.

Wir werden später selig schlafen. Mit offenem Fenster, das Bergluft mit Lärchenduft ins Zimmer säuselt. Vielleicht huscht ein Murmeltier oder gar ein Fuchs über unsere Terrasse? Wir werden es nie erfahren.

Wanderer vor der Informationstafel Alpengarten Vigiljoch

Informationstafel Alpengarten Vigiljoch gleich neben der Seilbahn: Hier findet jeder Wanderer eine passende Route – von leicht bis schwierig

Am nächsten Tag spazieren wir zur Vigiljoch Seilbahnstation. Dort informiert uns eine bunte Tafel über mögliche Wanderungen auf dem Berg – das Wandergebiet nennt sich poetisch Alpengarten. Die Auswahl an Wanderwegen ist gross. Welchen gehen? Die klassische Rundwanderung? Die zur Bärenbad Alm und der Naturnser Hochwart? Nach St. Pankraz im Ultental? Wir entscheiden uns für den Glaubensweg. Passt irgendwie zum Thema Auszeit.

Wanderwegweiser auf dem Vigiljoch

Gut beschildert: Hier gehts zum Bischofskofel und der Schwarzen Lacke.

Vom Gasthaus Sessellift starten wir unsere Wanderung auf dem Weg Nr. 4 in Richtung Kirche. Von da gehen wir weiter in Richtung Bischofskofel und zum Berggasthof Seespitz. Von dort begeben wir uns auf den Wanderweg Nr. 7 rund um den Bergsee Schwarze Lacke und dann zurück zum Ausgangspunkt, dem Gasthaus Sessellift. Die Wanderroute ist als Glaubensweg beschildert, idiotensicher also.

St. Vigilius Kirche im Herbstlicht

St. Vigilius Kirche auf ihrem Kirchhügel

Sechs Besinnungsstationen laden auf dem Weg ein, die grossartige Landschaft auf sich wirken zu lassen. Zentraler Ort ist im Ortlergebiet die St. Vigilius Kirche. Sie thront am Kirchhügel auf 1.793 m Höhe. Damit ist sie eine der höchstgelegenen Kirchen in Südtirol. Einzig ein paar Flitzer auf dem E-Bike erinnern an die Schnelligkeit des zurückgelassenen Alltags.

Aussichtsterrasse mit Blick auf Meran

Einer der Besinnungsorte: Wunderbarer Blick ins Tal bis Meran

Im Vigilius hatte ich einen meiner kulinarischen Träume entdeckt, den ich mir einfach nicht entgehen lassen konnte: den Luxus-Picknick-Rucksack mit Gourmet-Sandwiches, frischen Früchten und einem edlen Tropfen. Den Inhalt geniessen wir auf einer Almwiese mit Blick auf die Dolomiten.

Luxus Picknick-Rucksack

Picknick-Rucksack mit Gourmet-Sandwiches, frischen Früchten und Wein

In der Abenddämmerung kehren wir zurück ins Resort. Eine Übernachtung noch, ein luftiger Morgen mit Lektüre auf der Terrasse,  ein paar tiefe Atemzüge und kurzes Dampfbad. Die kleine Auszeit im Südtirol ist fast vorbei. Am Sonntag gegen Mittag fahren wir über Meran durchs Vinschgau und später Engadin zurück in den Alltag.

 

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Wer schreibt hier?

Simone Ott war lange als freie Journalistin Nomadin zwischen London, Zürich, Madrid, São Paulo und Los Angeles. Heute ist sie in den Schweizer Bergen sesshaft geworden mit Direktanschluss an den HB und den Flughafen Zürich. Die interessanteste Reise machte sie jedoch mit der Bahn: Von Sargans nach Istanbul. Damit die sesshafte Nomadin nicht in Unruhe verfällt, bereist sie immer wieder neue Orte – nah und fern. Besonders angetan ist sie von Architektur, schönen Interiors, Natur, Kunst und richtig gutem Essen. Und von allem, was mit Geschichte zu tun hat. Heute ist Simone in der Unternehmenskommunikation tätig.

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