Porto – 13 Tipps für zwei Tage am Douro

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Porto ist die Kapitale des Portweins. Daher ist meine erste Tätigkeit in dieser Stadt klar: Nippen am kleinen Portweinglas! Und bestimmt werde ich auch ins grössere Glas schauen und einen Weiss- oder Rotwein vom Typ Ribeira del Douro verkosten. Aber nach Porto kommt man nicht nur wegen des Alkohols! Hier meine Tipps für eine Porto Städtereise:

Portos Ribeira-Quartier am Douro mit Dom Luis I Brücke

Wahrzeichen Portos:
Ribeira-Quartier am Douro mit Dom Luis I Brücke

Die Stadt Porto liegt im Norden Portugals an der Mündung des Flusses Douro in den Atlantik.

Die malerische, aber teilweise stark zerfallene Altstadt des berühmten Ribeira-Viertels, erstreckt sich am Ufer des Douro entlang. Dennoch überzeugt das historische Zentrum mit seiner authentischen Hafen-Atmosphäre sowie dem Charme seiner Altstadt, die seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Blaue Stunde über Portos Ribeira-Quartier am Douro

Blaue Stunde über dem Ribeira-Quartier

Beeindruckend sind auch die Kirchen und Häuser, die mit den vielen Azulejos (die blau-weissen Keramikkacheln arabischer Herkunft) verziert sind.

Die gibt es so nicht nur zur blauen Stunde…

Blau-weisse Kacheln an der Capela das Almas in Porto

Blau-weisse Kacheln an der Capela das Almas

Unser Taxifahrer ist zwar des Englischen nicht mächtig (und ich nicht des Portugiesischen), aber stolz und mit grossen Gesten macht er uns auf die vielen Kacheln am Bahnhof aufmerksam.

Auf den Bahnhof São Bento sind sie besonders stolz. Die Ankunftshalle ist nämlich komplett mit 20’000 Azulejos verziert.

Der Blickfang Nummer 1 der Stadt ist allerdings die Bogenbrücke Ponte Dom Luís I. Das ist offensichtlich, das kann ich jetzt noch nicht als Reisetipp verbuchen…

Die an den Eiffelturm in Paris erinnernde Brücke über den Douro verbindet Portos Altstadt mit dem «neuen» Quartier Vila Nova de Gaia und dessen Quai Cais de Gaia.

Das kühne Design der Eisenbrücke könnte tatsächlich aus der Feder von Gustave Eiffel stammen. Der baute allerdings 9 Jahre zuvor einen Kilometer flussaufwärts die noch elegantere Eisenbahnbrücke Ponte Dona Maria, während sein früherer deutscher Geschäftspartner Théophile Seyrig die Ausschreibung um die Dom Luís I. Brücke gewann.

Im Jahr 1866 wurde die mit 172 Metern Spannweite und einer Gesamtlänge von 385 Metern Eisenkonstruktion durch König Ludwig I. von Portugal (Dom Luís I.) eröffnet. Sie war damals die längste Bogenbrücke der Welt und stellt bis heute das Wahrzeichen von Porto dar.

Zusammen natürlich mit den traditionellen Rabelo Holzbooten, welche die Portweinfässer auf dem Douro aus den weitläufigen Weingebieten des Douro-Tales herschiffen.

Rabelo-Boot und Brücke Dom Luis I

Wahrzeichen Portos: Rabelo-Boot und Brücke Dom Luis I.

Portwein Rabelo-Boote im Douro bei Vila Nova de Gaia in Porto

Portwein Rabelo-Boote vor Anker am Cais de Gaia

Gegenüber der Altstadt, am Cais de Gaia, stehen die Lagerhallen aller bedeutenden Portweinhersteller.

Tipp #1:
Es lohnt sich – nicht nur wegen der Weinkeller – über die Dom Luís I. Brücke zu gehen. Der Blick auf Porto ist spektakulär! Ob vom Unterdeck oder vom Oberdeck.

Beide sind für Fussgänger passierbar. Allerdings sollte man schwindelfrei sein. Ansonsten könnte man sich in den sagenhaften Höhen des Oberdecks etwas mulmig fühlen!

Dom Luís I. Brücke zwischen Vila Nova de Gaia und Portos Ribeira-Quartier

Dom Luís I. Brücke vom Aussichtspunkt Serra do Pilar aus

Tipp #2:
Wer die 45 Meter Höhenunterschied nicht zu Fuss erklimmen mag, nimmt am Cais de Gaia praktischerweise die Gondelbahn.

Sandeman Weinkeller und Luftseilbahn von Vila Nova de Gaia

Sandeman Weinkeller und Luftseilbahn

Luftseilbahn von Vila Nova de Gaia auf das Oberdeck der Brücke Dom Luís I.

Luftseilbahn auf die Brücke Dom Luís I.

Jardim do Palácio de Cristal – Pfau im Stadtpark

In Porto findet man viele Gärten und Parks.

Tipp #3:
Der «Jardim do Palacio de Cristal» (Kristallpalast-Park) sticht insbesondere mit dem markanten kuppelförmigen Gebäude, dem «Pavilhão Rosa Mota», den prachtvollen Blumen und dem weiten Ausblick über die Stadt heraus.

Und dann hat es dort auch noch einen frei herumstolzierenden Pfau! Ich bleibe gebannt stehen und hoffe, dass er das Rad schlägt.

Tut er aber nicht. Und so schlendere ich weiter. Bis ich realisiere, dass es im Park ja von Pfauen nur so wimmelt! Seine Federpracht zeigen will aber gerade keiner. Also gibt’s auch keine Fotos von den Viechern.

Cafés und Restaurants ohne Ende – Rua das Flores

Tipp #4:
Im Gegensatz zur quirligen Shopping-Meile «Rua de Santa Catarina» ist die «Rua das Flores» die romantische Café- und Restaurant-Meile: Hier reihen sich Bars, Restaurants, Boutiquen und Cafés aneinander, dass man hier die Qual der Wahl hat;

  • DOP – Chef Rui Paula
  • Puro 4050
  • Restaurante LSD
  • Restaurante Páteo das Flores
  • Cantina 32
  • Café & Brunch Mercador

Ins DOP von Rui Paula am Largo São Domingos 18 haben wir es leider nicht geschafft. 3 Tage sind halt auch einfach zu wenig für einen Besuch all der schönen Restaurants… Das Lokal war aber auch immer sehr gut besucht, sieht super aus!

Gleich vis-à-vis über die Strasse befindet sich das Puro 4050 am Largo São Domingos 84. Auch sehr einladend, aber leider auch nicht geschafft.

Nochmal zwei Häuser weiter versuchen wir uns im Restaurante LSD. Klein, fein, super für den kleinen Snack.

Katja Birrer und Walter Schärer zum Snack im Restaurante LSD

Etwas früh dran: Katja und Walter im kleinen aber feinen Restaurante LSD

Ein paar Schritte weiter an der Rua das Flores 32 bietet die Cantina 32 Essen in feiner Ambiance. Wer reservieren kann, ist im Vorteil, es hatte immer wieder Warteschlangen.

Dekoration der Cantina 32 beim Restauranteingang

Dekoration beim Restauranteingang

Nochmal ein paar Schritte weiter isst man im stylishen Páteo das Flores, entweder vorne im Bereich der Bar oder hinten im Lichthof.

Weinbar beim Eingang des Restaurants Páteo das Flores

Weinbar beim Eingang

Zum Frühstück oder Brunch bleibt man im Hotel des Vertrauens oder setzt sich ins Café Mercador oder in die Chocolataria das Flores.

Oder in eines der vielen weiteren Cafés!

Frühstücksmenu des Cafés Mercador an der Rua das Flores

Frühstücksmenu des Cafés Mercador

Brunch- und Lunch-Menu der Chocolataria das Flores in Porto

Brunch- und Lunch-Menu der Chocolataria

Tipp #5:
Und für das Kontrastprogramm: Ab in die nahegelegene Einkaufsmeile Rua de Santa Catarina…

Rua de Santa Catarina, Einkaufsmeile Portos

Rua Catarina, die Einkaufsmeile Portos

Praia da Luz – Portos Strand am Atlantik

Schicke Villen und weitere stylische Restaurants findet man auf der Atlantikseite der Stadt im Quartier Foz do Douro. An der angrenzenden Strandpromenade bieten mehrere Restaurants ihren frischen Fisch feil.

Ein Taxi kostet nur wenig und bringt dich in zehn Minuten vom Zentrum ans Meer. Oder man hopst vom Hop On – Hop Off Bus, die rote Linie fährt nämlich auch hier durch.

Tipp #6:
Am Strands des Lichts, oder «Praia da Luz», sticht ein Restaurant besonders hell hervor.

Respektive man sieht es kaum, da es unterhalb der Strasse direkt am Strand liegt: Das gleichnamige Restaurant «Praia da Luz».

Neben der stupenden Lage bietet es nicht nur ein elegantes Ambiente im Retro-Chic, das Essen ist umwerfend gut und kommt mit Spezialeffekten! Wenn jemand lieb danach fragt, schneide ich vielleicht noch ein Video davon…

Sonnensegel auf der Terrasse des Restaurants Praia da Luz in Porto

Sonnensegel auf der Terrasse von Praia da Luz

Restaurant Praia da Luz
Rua Cel. Raúl Peres
Reservation
www.praiadaluz.pt

Pasteis de Nata

Tipp #7:
Das Blätterteigtörtchen mit der feinen Puddingcrème hatte es mir bereits in Lissabon angetan. Hört sie dort als «Pasteis do Belém» auf den Namen des auf die Törtchen spezialisierten Quartiers und seiner Konditorei, bestellt man sie in Porto simpel als «Pasteis de Nata».

Grösse und Geschmack sind für mich identisch. Kenner werden mir voraussichtlich an den Kopf werfen, dass nur die Pasteis do Belém die Echten seien.

Pasteis de Nata aus Lissabon: Pasteis do Belém

Die Originalen: Pasteis do Belém

Mag sein, in Porto sehen sie es leicht anders: Das Rezept besteht schliesslich nur aus Mehl, Zucker, Eier, Milch und Butter. Allenfalls mit etwas Zimt bestreut. Was sollen die in der Hauptstadt damit so anders machen können?

Miguel Clarinha, Inhaber der legendären Confeitaria weiss es. Und nur er und seine beiden Chefkonditoren. Die genaue Zubereitung ist nämlich geheim!

Stadtrundfahrt mit Hop On – Hop Off Bus

Porto ist ziemlich übersichtlich und kann man sehr gut zu Fuss erkunden. Dennoch finden wir eine Stadtrundfahrt mit dem Hop On – Hop Off Sightseeing-Bus immer wieder nützlich, um sich als erstes einen Überblick über die Stadt und deren Aussenquartiere zu verschaffen.

Tipp #8:
Die rote Linie des Hop On – Hop Off Busses zeigt praktischerweise alle Seiten der Stadt. Die blaue Linie der roten Busse bringt einen auch ins Vila Nova de Gaia Quartier.

Karte von Porto mit der Route des Hop-On Hop-Off Stadtrundfahrtbusses

Portos Hop-On Hop-Off Sightseeing Bus

Wie in vielen andern Städten sind die Doppelstockbusse der Stadtrundfahrt rot lackiert. Hinweistafeln vorne am Bus zeigen an, ob sie im 30-Minutentakt gerade die rote oder die blaue Strecke abfahren.

Daneben gibt es aber auch eine Gesellschaft mit gelben Bussen und eine mit sehr neuen, blauen Bussen. Letztere sind meist leer, obwohl sie zumindest eine ähnliche Strecke abfahren wie die roten Marktführer. Aus Platzgründen werde ich bei meiner nächsten Reise die blaue Linie buchen.

Kostenloses WLAN scheinen alle Busse an Bord zu haben. Man muss den Fahrer nach dem Code fragen, denn ich konnte ihn weder in den Bussen noch auf dem Ticket entdecken. In unserem Fall im roten Bus war er «city2009».

Zum Ticket des Hop On – Hop Off Busses gibt es auch eine kleine Douro-Kreuzfahrt zu buchen. Während 30 Minuten führt sie fast bis zur Mündung des Flusses ins Meer und unter 6 verschiedenen Brücken hindurch, u.a. natürlich auch unter dem berühmten Ponte Dom Luís I.

Schiffe der Douro 6-Brücken Kreuzfahrt mit Brücke Dom Luis I im Hintergrund

Schiffe der Douro 6-Brücken Kreuzfahrt

Übrigens gibt es zum Hop On – Hop Off Bus auch noch eine Portweindegustation zu buchen.

Degustationen kriegt man allerdings an jeder Ecke bzw. in einer der vielen Portweinkellereien wie Sandeman, Taylor’s, Offley, Maynard’s, Kopke, Niepoort, Dalva, Fonseca. Oder auch zum Ticket der Seilbahn von Vila Nova de Gaia gibts einen Gutschein, um vor oder nach der Fahrt ein Gläschen Portwein zu probieren.

Sehr praktisch!

Portos Boutique Hotels

Porto bietet zahlreiche feine Hotels.

Tipp #9:
Ein vormaliges Eisenlager direkt an der Rua das Flores hat es mir diesmal besonders angetan. Das im Industrie-Chic gestaltete Boutique Hotel Armazém Luxury Housing verzichtet zwar auf Marmor – Stein und Eisen brechen aber den Trubel der Fussgängerzone und zeugen von viel Liebe fürs Detail.

AMOR Schriftzug und Kronleuchter aus Eisen im Hotel Armazém Luxury Housing

Die Liebe bricht auch im Armazém nicht!

In der Wohlfühloase geniesst man ein reichhaltiges Frühstück vom Buffet, bevor es auf Stadterkundung geht.

Hier mein Review des Hotels.

Und zum Abschluss (nochmals) ein Gläschen Portwein?

Der Vinho do Porto ist ein Süsswein und stammt ausschliesslich aus dem Douro-Tal. Er kommt in den zwei Typen Ruby (Rubin) oder Tawny, einmal in der Flasche gereift, einmal im Eichenfass. Die weiteren Details der Varianten überlasse ich Wikipedia.

Was mich als Konsument aber besonders interessiert: Wie lange kann man Port eigentlich offen halten?

Die Antwort ist klar: Es kommt darauf an…

Tipp #10:
Den edlen Vintage Port geniesst man mit Vorteil innerhalb von 2-3 Tagen und lagert ihn während dieser Zeit im Kühlschrank. Tawny Port hält sich einmal entkorkt während 5-6 Monaten gut, wenn er im Kühlschrank gelagert wird.

Allgemein gilt, dass je älter der Portwein, man ihn umso schneller konsumieren sollte.

Dann mal ein herzliches Saúde!!

Abstecher ins Douro-Tal

Tipp #11:
Wenn wir es schon vom Douro haben; wer mehr als 3 Tage in oder rund um Porto verbringen will, dem empfehle ich einen Abstecher ins Douro-Tal! Am einfachsten erreicht man es per Mietwagen – oder mittels Flussfahrt, wie es Reisebloggerin Ellen gemacht hat. Hier geht’s zum Bericht auf ihrem Blog Patotra.

Das Douro-Tal gilt als eines der markantesten Weinanbaugebiete der Welt und wurde von der UNESCO als Weltkulturdenkmal anerkannt.

Die hügelige Landschaft ist traumhaft schön und die Temperaturen im Vergleich zu Porto schnell mal ein paar Grad wärmer. Die Weintrauben wissen das zu schätzen. Und ich auch!

Tipp #12:
Inmitten dieser idyllischen Region befindet sich übrigens auf acht Hektaren Land das Luxushotel Six Senses Douro Valley. Auch nicht schlecht für einen Abstecher ;-)

Hier mein Review.

Six Senses Douro Valley Pool und Hauptgebäude zur blauen Stunde

Six Senses Pool und Hauptgebäude zur blauen Stunde

Six Senses Luxushotel mit Sicht auf Douro und Régua

Six Senses Hotel mit Sicht auf Régua

Anreise Zürich – Porto

Aus der Schweiz fliegen TAP und SWISS direkt nach Porto.

Tipp #13:
Auf der Anzeigetafel orientiere man sich am englischen Namen «Oporto» und nicht wie ich an «Porto»…

Der Flug dauert etwas über 2 Stunden. Katjas Aufmerksamkeit sei Dank habe ich ihn auch noch erwischt.

Ein Taxi vom Flughafen Porto in das Altstadtzentrum des Ribeira-Quartiers kostet etwa € 25 und dauert bei wenig Verkehr 25 Minuten.

Wer wie ich danach noch auf die Azoren reisen will, fliegt via Porto oder Lissabon auf die Atlantikinsel São Miguel. Eine sehr gute Idee, wie Katja in diesem Reisebericht aufzeigt ;-)

Katja und Walter am Miradouro da Boca do Inferno

Katja und Walter beim Miradouro da Boca do Inferno
Hier klicken für den Review über die Azoren

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Über unsere Reiseblogger

Walter Schärer ist leidenschaftlicher Vielreisender, Taucher, Golfer, Fotograf und Reiseblogger für reisememo.ch. Und Philosoph und Humorist und für Acryl auf Leinwand hat er auch eine Passion. Und über Gourmet-Restaurants schreibt er neuerdings auch noch... Walter ist Mitglied im Swiss Travelwriters Club.

12 Kommentare

  1. Hallo Walter,
    ich kann nur zustimmen, Porto ist wirklich eine Reise wert! Danke für die vielen tollen Tipps, da muss ich ja direkt nochmal hinfahren. Wir hatten eine private Führung durch die Altstadt weil wir es gerne persönlicher haben und es war wirklich super. Wir hatten außerdem noch eine Portweinprobe in Vila Nova de Gaia, super lecker! Wir haben über picotours gebucht, da waren beide Ausflüge direkt mit dabei (http://www.picotours.de). Absolut empfehlenswert!
    Viele Grüße
    Lena

    • Danke Eva! Fotos und Text gehen bei uns jeweils mehrmals durch die Redaktoratsmühle. Wie gut, dass niemand weiss, wie aufwändig das ist ;-)

  2. Hallo Walter! Ich sehe erst jetzt, dass Du diesen tollen Artikel über Porto veröffentlicht hast.
    Dein Nachtfoto mit dem Boot unter der Brücke ist ein Traum . Komplimente!
    Schöne Grüsse,
    Iva

    • Walter Schärer am

      Danke Ivan
      Ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu, damit man optimale Lichtverhältnisse vorfindet ;-)

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