Hotel Weingut Pacherhof – Geheimtipp im Südtirol

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Weshalb Weinliebhaber ins Südtirol ins Eisacktal fahren sollten: In den Hängen von Neustift keltert der Pacherhof hervorragende Weine. Und tischt so nebenbei fantastische Tiroler Gerichte auf.

Fast wie ein Museum: der Eingang führt ins alte Haupthaus des Pacherhof.

Inmitten der üppigen Weingärten des Eisacktals in der Nähe der Bischofstadt Brixen liegt das Hotel Weingut Pacherhof, ein stattliches Anwesen aus dem 11. Jahrhundert. Dort lege ich auf dem Weg nach Hause von ein paar inspirierenden Südtiroler Tagen in den Dolomiten eine längere Mittagspause ein. 

Die Empfehlung des Sommeliers eines Restaurants in Bozen war nämlich eine Offenbarung: die Private Cuvée Pacherhof. Noch nie davon gehört. Der Zwischenstopp am Pacherweg 1 im kleinen Ort Vahrn, das zu Neustift bei Brixen (Bressanone) gehört, muss einfach sein.

Autorin Simone Ott vor dem mittelalterlichen Teil des Pacherhofs

Simone vor dem stattlichen mittelalterlichen Teil des Pacherhof oder Pacher-Hof, in der alten Schreibweise.

Das mit viel Herzblut restaurierte mittelalterliche Haupthaus mit Wandmalereien steht seit fast tausend Jahren in seiner vollen Pracht da. Präzis seit 1142 wird der Hof der Familie Huber von Generation zu Generation weitergereicht.

Die Hubers gehören zur lokalen Weinaristokratie und sind Mitgbegründer des Qualitätsweinbaus im Eisacktal. Kellermeister ist heute Andreas Huber, der den Grundsatz, das Beste aus dem Terroir herauszuholen, weiter perfektioniert.

Pacherhof in Vahrn über den Rebbergen von Neustift

Der Pacherhof in Vahrn trohnt über den Rebbergen von Neustift und gibt einen tollen Talblick frei.

Pacherhof – Terroir auf acht Hektar

Die acht Hektar Anbaufläche befinden sich in sonniger Hanglage gegen Süden hin. Die Trauben reifen auf Böden mit wertvollen Mineralstoffen wie Sand, Kies und Klausit.

Ein weiterer Faktor, der die hier produzierten Weissweine prägt, ist das raue Klima mit den kräftigen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Das Fruchtige wird so von leicht salziger Eleganz bereichert.

Winzer und Kellermeister Andres Huber vom Pacherhof

Bei Winzer und Kellermeister Andres Huber kommen keine Barrique-Fässer zum Einsatz, damit der Geschmack des Terroirs unverfälscht bleibt.

Das Eisacktaler Terroir ist einzigartig und Andreas Huber baut an den sonnenverwöhnten Hängen von Neustift unweit von Brixen, das durch sein Kloster weitum bekannt ist, seine Reben an.

Nach der Reife keltert er daraus trockene, mineralische und dennoch fruchtige Weissweine aus Sorten wie Müller Thurgau, Sylvaner, Grüner Veltliner, Riesling, Gewürztraminer und Riesling.  

Der Interessanteste ist sicher die Private Cuvée, ein Spitzenwein, der für jeden Jahrgang mit unterschiedlichen Sorten individuell verschnitten wird.

Monolith aus Bronze auf dem Parkplatz des Pacherhofs

Der alte Weinkeller von 1450 wurde vom Südtiroler Architekturbüro Bergmeisterwolf erneuert und mit neuen Elementen wie diesem Monolith aus Bronze gleich beim Parkplatz des Hotel und Weingut Pacherhof erweitert.

Gemütlich ist er, der Hof aus dem 11. Jahrhundert mit holzgetäfelten Tiroler Stuben. Trotz rustikaler Ausstrahlung ist die Zeit hier nicht stillgestanden.

Die Hubers aus Vahrn haben aus ihrem Erbe eine wunderbare Verbindung von Tradition und Moderne geschaffen. Der Weinkeller wurde 2018 in Zusammenarbeit mit den Architekten aus Brixen, Gerd und Michaela Bergmeisterwolf, erneuert – entstanden ist ein architektonisches Meisterwerk, das mehrfach ausgezeichnet wurde. Es dockt an die Geschichte des Kellers an führt sie in eine radikal moderne Sprache.

Der Weinkeller ist nicht nur Lagerraum. Es werden Führungen und Degustationen durchgeführt und dabei über Wein und Sein, Traubensorten und Terroir philosophiert. Gerade soviel, dass der Aufenthalt in den heiligen Weinhallen im Herzen des Weinguts zum kulturellen Ereignis wird, und nur soviel, dass der Genuss dann doch immer im Mittelpunkt bleibt.

Mir schmeckt Wein am besten als Begleitung zu einem guten Essen. Im Restaurant Bauernstube wird traditionelle Tiroler Küche auf hohem Niveau frisch und leicht interpretiert.

Was aus der Küche auf den Teller kommt – auch in den anderen Restaurants des Betriebs – ist feine Gastronomie. Herzhafte, doch nicht schwere Gerichte aus sorgfältig ausgewählten, nachhaltig produzierten und saisonalen Zutaten und Gemüse aus dem eigenen Garten.

Bauernstube

Die Bauernstube so pittoresk wie ein gemaltes Bild gehört zu den ältesten in ganz Südtirol und steht unter Denkmalschutz.

Kerner 2017

Der Begleiter zum Mittagessen ist ein Kerner 2017 – eine Kreuzung aus Vernatsch und Riesling. Frisch, fruchtig und gleichzeitig vollmundig.

Der neue Pavillon als Erweiterung des alten Hofs

Der neue Pavillon ist die Erweiterung des alten Hofs und führt über den Platz in die neue Dependance des Hotels. Perfekt für einen kurzen Südtirol-Urlaub.

Zum Weingut gehört auch das Hotel Pacherhof, das Teil der Vereinigung Vinum Hotels Südtirol ist.

Das Hotel und die Gastronomie wird mit herzlicher Gastfreundschaft von Monika Huber, der Schwester von Andreas, und ihrer Familie geführt. Neben den alten, schön renovierten Schlafstuben im historischen Teil haben die Hubers das Hotel mit einer im modernen Landhausstil eingerichteten Dependance mit unterschiedlichen Zimmern und Suiten sowie einem Hallenbad mit Spa / Wellnessbereich erweitert. Natürlich genauso stilvoll wie alles andere auf dem Pacherhof.

Und perfekt für einen genussvollen, ruhigen Urlaub.

Ein weiteres Wein-Erlebnis in Brixen hat Walter hier empfohlen, das Vitis!

Und wer ein anderes spezielles Hotel sucht, sollte sich wie Katja im Baumhaus My Arbor einnisten ;-)
Oder im Mountain Vigilius die Seele baumeln lassen. Hach, haben die hier eine Auswahl!

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Wer schreibt hier?

Simone Ott war lange als freie Journalistin Nomadin zwischen London, Zürich, Madrid, São Paulo und Los Angeles. Heute ist sie in den Schweizer Bergen sesshaft geworden mit Direktanschluss an den HB und den Flughafen Zürich. Die interessanteste Reise machte sie jedoch mit der Bahn: Von Sargans nach Istanbul. Damit die sesshafte Nomadin nicht in Unruhe verfällt, bereist sie immer wieder neue Orte – nah und fern. Besonders angetan ist sie von Architektur, schönen Interiors, Natur, Kunst und richtig gutem Essen. Und von allem, was mit Geschichte zu tun hat. Heute ist Simone in der Unternehmenskommunikation tätig.

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